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School Photos in Liquid Time: Reframing Difference
Von heimlich aufgenommenen Bildern jüdischer Kinder, die in Nazi-Ghettos isoliert wurden, über japanisch-amerikanische Kinder, die in Lagern inhaftiert waren, bis hin zu Bildern indianischer Kinder, die in nordamerikanische Internate verbracht wurden, sind Fotografien von Schulkindern selbst in repressiven historischen und politischen Kontexten allgegenwärtig. School Photos in Liquid Time wirft einen genaueren Blick auf dieses Genre der volkstümlichen Fotografie und zeichnet nach, wie die Fotografie Ideologien der sozialen Assimilation ebenso wie solche der Hierarchie und des Ausschlusses fördert.
In Marianne Hirschs und Leo Spitzers geschickter Analyse offenbaren Schulfotos Verbindungen zwischen den Geschichten verfolgter Subjekte in verschiedenen nationalen und imperialen Zentren. Die Autoren gehen der Frage nach, was dieses allgegenwärtige und alltägliche, aber wenig untersuchte Genre über Herrschaft und Widerstand aussagt, und untersuchen Schulfotos als Dokumente des sozialen Lebens und als Mittel der Transformation.
Sie stellen sie in einen Dialog mit Werken zeitgenössischer Künstler, die sie neu rahmen, umgestalten und erhellen. School Photos in Liquid Time ist anspruchsvoll und dennoch zugänglich und präsentiert Schulfotografie als neuen Zugang zu Machtinstitutionen, indem es die Fähigkeit vergangener und gegenwärtiger Akteure aufzeigt, diese zu stören und neu zu erfinden.