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The Geography of Injustice: East Asia's Battle Between Memory and History
In „The Geography of Injustice“ (Die Geographie der Ungerechtigkeit) argumentiert Barak Kushner, dass die Kriegsverbrechertribunale in Ostasien nationale Gräben formten und zementierten, die bis heute andauern. 1946 beriefen die Alliierten den Tokioter Prozess ein, um die japanischen Kriegsgräuel und das japanische Kaiserreich anzuklagen.
Am Ende des Prozesses erhob einer der Richter Einspruch und behauptete, die in Tokio gefundene Gerechtigkeit sei nur „die Scheinanwendung eines juristischen Verfahrens zur Befriedigung eines Rachedurstes“. Kriegsverbrechertribunale, so zeigt Kushner, lassen die Geschichte der Besiegten zu Wort kommen. Im heutigen Ostasien hat ein erbitterter Kampf zwischen Erinnerung und Geschichte die politischen Lager in dieser Debatte gefestigt.
Der Gerichtssaal des Tokioter Prozesses sowie die Tausenden anderen Kriegsverbrechertribunale, die an etwa fünfzig Orten in ganz Asien eröffnet wurden, waren juristische Bühnen, auf denen Anklage und Verteidigung Fakten und Beweise zusammenstellten, um ihre Geschichte über den Zweiten Weltkrieg zu erzählen. Diese Erzählungen und Gegenerzählungen bilden die Grundlage der Nachkriegserinnerung an Japans imperiale Ziele in der gesamten Region.
Das Archivmaterial und die Interpretation von Gerichtsaussagen formen zusammen eine konkurrierende Geschichte für die Öffentlichkeit. The Geography of Injustice liefert überzeugende Beweise dafür, dass Ostasien trotz der sieben Jahrzehnte, die seit Kriegsende vergangen sind, durch die Geschichte mehr geteilt als geeint ist.