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The Witches of St Osyth
Die emotionale und eindringliche Geschichte einer zerrissenen Gemeinschaft, die Anschuldigungen gegen die Hexen von Essex und der Hexenprozess von 1581-2 sind insgesamt gesehen einer der zentralen Fälle jener bösartigen und zerstörerischen Welle frauenfeindlicher Verfolgung, die regelmäßig über das frühe moderne England hereinbrach. Trotz ihrer Bedeutung für die Erforschung des Hexenwahns insgesamt wurden die sogenannten Hexen von St.
Osyth von der Wissenschaft weitgehend übersehen. Marion Gibson stellt diese Vernachlässigung nun richtig.
Anhand neuer Archivquellen - und durch die Untersuchung nicht nur des Dorfes selbst, sondern auch der benachbarten elisabethanischen Weiler und Siedlungen - bietet die Autorin aufschlussreiche neue Einblicke in die sechzehn Frauen und einen Mann, die der Hexerei beschuldigt wurden, und stellt gleichzeitig weitergehende, provokante Fragen über die Art und Weise, wie Geschichte erinnert und interpretiert wird. Durch die Kombination von Landschaftsdetektivarbeit, der Rekonstruktion verlorener Orte und der maßgeblichen Lektüre wichtiger Dokumente erschließt Gibson geschickt die ergreifenden persönlichen Geschichten derjenigen, denen es verwehrt war, für sich selbst zu sprechen.