Bewertung:

Das Buch bietet eine detaillierte und umfassende Analyse der Inquisition, wobei Originaldokumente verwendet werden, um ihre Ursprünge, Funktionen und die Rollen ihrer verschiedenen Akteure zu untersuchen. Es bietet eine nuancierte Perspektive auf die Auswirkungen der Inquisition in verschiedenen Regionen, insbesondere in Spanien, Portugal und Italien, und stellt eine Verbindung zwischen historischen Praktiken und modernen Konzepten der Überwachung und Kontrolle her. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass das Buch sehr umfangreich ist und sich möglicherweise nicht für Gelegenheitsleser eignet.
Vorteile:Meisterhafte Synthese umfangreicher Forschung, detailliertes Bild der Arbeitsweise der Inquisition, faszinierende neue Perspektiven auf das Thema, ausgezeichneter Zustand für den akademischen Gebrauch, dient als wertvolle Ressource für Kurse.
Nachteile:Sehr umfangreich und nicht für Gelegenheitsleser geeignet.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
The Inquisition: A Global History 1478-1834
Die Inquisition war die mächtigste Disziplinarinstitution der frühen Neuzeit, die für 300.000 Prozesse und über 1. 5 Millionen Denunziationen.
Wie hat sie sich in den verschiedenen sozialen und ethnischen Milieus verwurzelt? Warum hatte sie drei Jahrhunderte lang Bestand? Welche kulturellen, sozialen und politischen Veränderungen führten zu seiner Abschaffung? In dieser ersten weltweit vergleichenden Studie untersucht Francisco Bethencourt die Aktivitäten der Inquisition in Spanien, Italien, Portugal und den iberischen Kolonien in Übersee. Er zeigt, dass die Inquisition eine entscheidende Rolle bei der katholischen Reformation spielte, indem sie ihre eigenen Mitglieder bei den Papstwahlen durchsetzte, die kirchliche Hierarchie umgestaltete, die Orthodoxie definierte, Informationen und Wissen kontrollierte, die Politik beeinflusste und das tägliche Leben gestaltete.
Er stellt sowohl traditionalistische als auch revisionistische Wahrnehmungen des Tribunals in Frage. Bethencourt zeigt die Inquisition als ein sich ständig weiterentwickelndes Organ, das bestrebt war, seine Zuständigkeit zu erweitern und politische Unterstützung zu erhalten, um sein Wertesystem durchzusetzen, das aber auch anfällig für Manipulationen durch Herrscher, Kardinäle und lokale soziale Eliten war.