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Controlling Desires: Sexuality in Ancient Greece and Rome
Historiker des antiken Griechenlands und Roms zögern manchmal, sich mit der gut dokumentierten Tatsache auseinanderzusetzen, dass griechische und römische Männer regelmäßig gleichgeschlechtliche sexuelle Beziehungen zu jüngeren Männern unterhielten. Auch für Sappho, eine Frau aus dem 6. Jahrhundert von der Insel Lesbos, die leidenschaftliche Gedichte über ihre erotischen Beziehungen zu einer Reihe von Frauen schrieb, haben Gelehrte ausgefeilte soziale Erklärungen konstruiert, um ihre offensichtliche sexuelle Orientierung zu verschleiern. Andererseits wurden die Griechen und Römer in jüngster Zeit gelegentlich als Prototypen der modernen Homosexualität oder Bisexualität idealisiert. In diesem fesselnden, interdisziplinären Buch zeigt Ormand, dass die Griechen und Römer über Sex und Sexualität auf eine Weise dachten, die sich grundlegend von der unseren unterscheidet. Ormands Erkundung der griechischen und römischen Sexualpraktiken gibt dem Leser die Möglichkeit zu sehen, wie die Einstellungen und Überzeugungen über Sexualität, kurz gesagt, in den frühen Zivilisationen des Westens funktionierten und wie diese Einstellungen die unausgesprochenen Regeln offenbaren, die das öffentliche und private Verhalten definierten.
Ormand behandelt Griechenland und Rom in getrennten Abschnitten, mit zahlreichen Querverweisen und Vergleichen. Innerhalb jedes Abschnitts konzentrieren sich die einzelnen Kapitel auf verschiedene Arten von Texten und bildenden Künsten. So wie Sexualität in unseren Rechtsfällen anders dargestellt wird als in Fernsehsitcoms oder in der Boulevardpresse, wird der Leser natürlich feststellen, dass die Griechen und Römer in juristischen Reden auf eine bestimmte Weise über Sex, Liebe und Ehe sprechen und in Komödien, Satiren und philosophischen Texten auf eine andere Weise. Ormands Analyse berücksichtigt Veränderungen in der Haltung im Laufe der Zeit sowie verschiedene Arten der Darstellung einer komplexen und miteinander verbundenen Reihe von sozialen Überzeugungen und Verhaltensweisen.
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