Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 2 Stimmen.
The Poetics of the Mind's Eye: Literature and the Psychology of Imagination
Weil jedes literarische Bild auch ein mentales Bild ist und weil jedes mentale Bild eine Repräsentation einer abwesenden Entität ist, argumentiert Christopher Collins, ist Imagination eine Poiesis, ein Make-up, ein Akt des Spiels für Autor und Leser gleichermaßen. In seinem Buch, das an der Schnittstelle zwischen poetischer Theorie und kognitiver Psychologie angesiedelt ist, untersucht Collins die Prozesse, durch die die Sprache mentale Bilder vermittelt, um dieses Spiel zu ermöglichen.
The Poetics of the Mind's Eye untersucht das Verhältnis von Geist und Auge bzw. von geistiger Vorstellung und visueller Wahrnehmung. Dieses Werk bietet eine ebenso elegante wie tiefgründige Analyse des Lesevorgangs.
Es deckt einen enormen Fundus an Material ab - von der zeitgenössischen Hermeneutik bis hin zu Studien über Gedächtnis und Wahrnehmung - und wendet die daraus resultierenden Beobachtungen mit Brillanz auf eine Reihe antiker und moderner Gedichte an. Das Herzstück der Studie besteht in Collins' origineller Beschreibung und Anwendung von sechs "kognitiven Modi" des Lesens: Wahrnehmung, Rückblick, Behauptung, Introspektion, Erwartung und Urteil. Darüber hinaus betrachtet Collins die Auswirkungen des Übergangs von der mündlichen zur gedruckten Kultur, untersucht die Arbeit der empirischen Philosophen des 17.
und 18. Jahrhunderts über die Natur und die Macht der Vorstellungskraft und erforscht die Art und Weise, in der Literaturtheoretiker, Linguisten und Psychologen des 19. und 20.
Jahrhunderts Erben dieser empirischen Tradition sind. The Poetics of the Mind's Eye wird für Studenten und Wissenschaftler der Literaturtheorie und -kritik von Interesse sein.