Bewertung:

Das Buch „Paleopoetics“ von Christopher Collins bietet eine wissenschaftliche Untersuchung der Entwicklung der menschlichen Kommunikation von sprachlosen Wildbeutern zu komplexen Ausdrucksformen und kombiniert Elemente der Anthropologie, Linguistik und Literaturanalyse. Zur Veranschaulichung werden Parallelen zur Populärkultur, insbesondere zu „The Flintstones“, gezogen. Auch wenn das Buch sehr lohnend und erkenntnisreich ist, stellt es aufgrund seines komplexen Vokabulars und interdisziplinären Charakters für manche Leser eine Herausforderung dar.
Vorteile:⬤ Gut recherchierte und phantasievolle Untersuchung der menschlichen Kommunikationsevolution
⬤ integriert Referenzen aus der Populärkultur
⬤ überraschende Einsichten über das Geschichtenerzählen und die Sprachentwicklung
⬤ reichhaltig geschrieben mit Präzision, Humor und Anmut.
Kann aufgrund des komplexen Vokabulars und der interdisziplinären Konzepte schwierig zu lesen sein; kann erhebliche Anstrengungen erfordern, um die dargelegten Argumente vollständig zu erfassen.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Paleopoetics: The Evolution of the Preliterate Imagination
Christopher Collins stellt ein aufregendes neues Forschungsgebiet vor, das Evolutionsbiologie, Anthropologie, Archäologie, Kognitionspsychologie, Linguistik, Neurowissenschaft und Literaturwissenschaft miteinander verbindet. Die Paläopoetik kartiert die selektiven Prozesse, die die menschliche Gattung vor Millionen von Jahren geformt und das menschliche Gehirn darauf vorbereitet haben, zu spielen, sich etwas vorzustellen, Empathie zu entwickeln und fiktive Gedanken zu entwickeln, die durch Sprache vermittelt werden.
Als Ausdruck der "kognitiven Wende" in den Geisteswissenschaften fordert die Paläopoetik eine umfassendere, integriertere Interpretation des Leseerlebnisses, die unsere Verbindung zu den uralten Methoden der Gedankenproduktion wiederherstellt, die immer noch in uns nachhallen. Collins, der sich mit den wissenschaftlichen Aspekten der kognitiven Poetik auskennt, schlägt vor, beim Lesen von Literatur kognitive Fähigkeiten zu nutzen, die der Sprache und der Schrift vorausgehen. Dazu gehört die Fähigkeit des Gehirns, die sichtbare Welt wahrzunehmen, ihre Bilder zu speichern und sie später abzurufen, um mentale Ereignisse zu simulieren.
Lange bevor die Menschen Geschichten durch Sprache weitergeben konnten, nahmen sie ihre eigenen inneren Erzählungen wahr, erinnerten sich daran und stellten sie sich vor. Auf der Grundlage einer Vielzahl von Belegen schlägt Collins eine evolutionäre Brücke zwischen der Entwicklung der sensomotorischen Fähigkeiten des Menschen und der Erlangung der sprachlichen Kognition, indem er aktuelle wissenschaftliche Perspektiven zu Themen wie der Struktur der Erzählung, der Unterscheidung zwischen Metapher und Metonymie, der Beziehung zwischen Rhetorik und Poetik, der Relevanz der Leistungstheorie für das Lesen, dem Unterschied zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit und der Natur des Spiels und der Phantasie einbringt.