Bewertung:

Die Rezensionen legen nahe, dass „The Rape of Troy“ von Jonathan Gottschall eine neuartige Anwendung von Evolutionstheorien auf die Analyse der Gewalt in Homers Epen darstellt. Während einige den Ansatz innovativ und aufschlussreich finden, kritisieren andere das Verständnis des Autors für Homers Texte und die griechische Geschichte und behaupten, dass seine Schlussfolgerungen eher auf theoretischen Vorurteilen als auf gründlicher Wissenschaft beruhen.
Vorteile:Das Buch bietet eine überzeugende, neue Perspektive auf die Beweggründe für die Kriegsführung in der homerischen Gesellschaft, indem es Informationen aus Biologie, Anthropologie und Geschichte integriert. Rezensenten stellen fest, dass es interessanter ist als andere Homer-bezogene Literatur und plausible neue Ideen über die Natur von Konflikten und Gewalt liefert.
Nachteile:Einige Kritiker argumentieren, dass Gottschalls Verständnis von Homer und der griechischen Geschichte oberflächlich sei und seine Schlussfolgerungen mehr auf Theorie als auf Beweisen beruhten. Andere sind der Meinung, dass das Buch letztlich nicht den Ansprüchen einer seriösen Wissenschaft gerecht wird, da es ihm an Tiefe und Sachkenntnis der Originaltexte fehlt.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
The Rape of Troy: Evolution, Violence, and the World of Homer
Homers Epen spiegeln eine Welt des achten Jahrhunderts v. Chr.
wider, in der die Kriegerstämme durch ständige Kämpfe zerrissen waren; abgesehen von den fantastischen Ausmaßen ist die Eroberung Trojas durch die Griechen nichts Außergewöhnliches. Mit einem faszinierenden und innovativen Ansatz analysiert Professor Gottschall den homerischen Konflikt aus der Perspektive der modernen Evolutionsbiologie und führt seine Intensität auf einen Mangel an verfügbaren jungen Frauen zurück. Die Praxis der Krieger, feindliche Frauen als Sklavinnen und Konkubinen zu nehmen, führte dazu, dass sich die Frauen in den Haushalten mächtiger Männer konzentrierten.
Dieser Mangel wiederum trieb die Männer dazu, heftig um die Frauen zu konkurrieren: Fast alle Hauptkonflikte der Ilias und Odyssee lassen sich auf Streitigkeiten um Frauen zurückführen. Der Raub von Troja verbindet biologisches und humanistisches Verständnis - die biologische Theorie wird genutzt, um die eigentlichen Ursachen des homerischen Konflikts zu erforschen, und die homerische Gesellschaft wird zum Gegenstand einer bio-anthropologischen Fallstudie darüber, warum Männer kämpfen.