
Publishing Women's Life Stories in France, 1647-1720: From Voice to Print
In dieser neuen Studie setzt Elizabeth Goldsmith die in ihren früheren Büchern über Konversation, Briefe und die weibliche Stimme in der Literatur behandelten Themen fort. Sie untersucht, wie französische Frauen im siebzehnten und frühen achtzehnten Jahrhundert dazu kamen, ihre privaten Lebensgeschichten zu veröffentlichen.
Dabei geht sie der Frage nach, was die Autorinnen darüber zu sagen haben, warum sie sich entschieden, über sich selbst zu schreiben, was sie zu schreiben wählten, wie sie ihre Geschichten in Umlauf brachten und druckten und was sie taten, um sich gegen die Bedrohung des persönlichen Rufs und der Glaubwürdigkeit zu wehren, die eine solche öffentliche Selbstdarstellung mit sich brachte. Goldsmith untersucht das autobiografische Schreiben von sechs Frauen, die alle aus unterschiedlichen Gründen zu ihren Lebzeiten Gegenstand einer ziemlich intensiven Öffentlichkeitsarbeit waren, und zwar zu einem historischen Zeitpunkt, als die Idee der Öffentlichkeit durch das gedruckte Wort noch ein neues Konzept war. Drei der Frauen - Jeanne des Anges, Marie de l'Incarnation und Jeanne Guyon - waren charismatische religiöse Persönlichkeiten, deren Schriften weit verbreitet waren.
Die anderen drei Schriftstellerinnen - die Schwestern Hortense und Marie Mancini sowie Madame de Villedieu - sind eher weltlich orientiert, aber wie ihre geistlichen Pendants nutzen sie die Selbstveröffentlichung als eine Form der Konversation mit der Welt und als eine Möglichkeit, sich an anderen Formen des öffentlichen Diskurses zu beteiligen. Publishing Women's Life Stories in France, 1647-1720 untersucht die verschiedenen Formen, die die Lebensbeschreibungen dieser drei Frauen annahmen: Autobiografien, Briefkorrespondenzen (die in vier der sechs Fälle noch nie zuvor veröffentlicht wurden), Prozessabschriften, Zeugnisse, die als Teil der Werke anderer Autoren veröffentlicht wurden, und schriftliche Selbstporträts, die unter Freunden zirkulierten.
Gestützt auf die Arbeiten von Michel de Certeau über Stimme und Lesergemeinschaften im 17. Jahrhundert sowie auf die Arbeiten von Roger Chartier und anderen Historikern der Buch- und Druckkultur zeichnet Goldsmith die komplizierten Netzwerke menschlicher Interaktion nach, die diesen frühen Werken zugrunde liegen.