
Digital Methods for Complex Datasets: Ijhac Volume 10, Issue 1
In diesem Band wird die Rolle digitaler Methoden für die Zukunft der Forschung in den digitalen Geisteswissenschaften untersucht, indem der Fokus auf „Big Data“ durch ein Verständnis jenseits der zur Verarbeitung erforderlichen Rechenleistung herausgefordert wird. Die Aufsätze sind durch das Thema der Komplexität vereint - aber sie zeigen diese Komplexität in einem ungewöhnlichen Spektrum.
Die vorgestellten Methoden stammen aus den Bereichen Bibliotheks- und Informationswissenschaft, Informatik, Literaturwissenschaft, Anglistik und Computerwissenschaft. Zu den untersuchten Quellen gehören traditionelle nationale Archive, internationale Webarchive, mittelalterliche Musikpartituren, digitalisierte Bücher, frühneuzeitliche Netzwerk-Ontologien und Bildungsdaten/Lernanalysen. Die Aufsätze erörtern die praktischen Auswirkungen des Web Scraping, die Folgen der Schaffung neuer wissenschaftlicher Objekte, die Bedeutung der Dokumentation und die Feinheiten der Anwendung von Methoden der Themenmodellierung und der Verknüpfung offener Daten.
Insgesamt legt der Band nahe, dass die Geisteswissenschaften, die sich mit der Vielfältigkeit, Kontingenz und Ungewissheit von Quellen wohlfühlen, sich dem Reduktionismus widersetzen können, der technische Projekte leichter handhabbar macht, indem er chaotische, menschliche Daten in saubere Binärdateien abflacht. Diese Aufsätze erinnern uns daran, dass ihre Ergebnisse durch das Wissen der Wissenschaftler über die Quellen und die Methoden, mit denen sie erstellt wurden, kontextualisiert werden müssen und nicht nur als „Big Data“-Datensätze.