Bewertung:

Das Buch enthält eine nachdenklich stimmende Analyse der Ähnlichkeiten zwischen den politischen Reaktionen von Roosevelts New Deal in den USA, Mussolinis Italien und Hitlers Deutschland während der Weltwirtschaftskrise. Es beleuchtet Themen der Zentralisierung staatlicher Macht in Zeiten der Krise und untersucht die kulturellen, architektonischen und ideologischen Verbindungen zwischen diesen Regimen. Das Buch wurde jedoch wegen des Mangels an persönlichen Perspektiven und einer überwältigenden Menge an politikwissenschaftlichen Referenzen kritisiert.
Vorteile:Das Buch ist gut recherchiert, aufschlussreich und leistet einen wichtigen Beitrag zur Forschung über die Ära des New Deal. Es bietet einen einzigartigen Vergleich politischer Regime, und viele Rezensenten fanden die Analyse der Machtdynamik in Krisenzeiten sehr anregend. Die Leser verwiesen auf die gute Schreibe und die wichtigen Lehren für den zeitgenössischen politischen Diskurs.
Nachteile:Kritiker wiesen darauf hin, dass das Buch verwirrend und dicht sein kann, mit einem Übermaß an Informationen, die von den Kernargumenten ablenken können. Einige Leser waren der Meinung, dass es an persönlichen Berichten der von den Regimen Betroffenen mangelt und die Analyse zu klinisch ist. Außerdem wurden in der Kindle-Ausgabe Formatierungsprobleme festgestellt, die das Leseerlebnis beeinträchtigten.
(basierend auf 15 Leserbewertungen)
Three New Deals: Reflections on Roosevelt's America, Mussolini's Italy, and Hitler's Germany, 1933-1939
Ein weltbekannter Kulturhistoriker wirft einen originellen Blick auf die verborgenen Gemeinsamkeiten zwischen Faschismus, Nationalsozialismus und dem New Deal.
Heute gilt Franklin Delano Roosevelts New Deal als das demokratische Ideal, als die positive amerikanische Antwort auf eine Wirtschaftskrise, die Deutschland und Italien in den Faschismus trieb. Doch in den 1930er Jahren galten diese Regime, so schockierend das auch sein mag, kaum als Gegensätze. Nun untersucht Wolfgang Schivelbusch die gemeinsamen Elemente dieser drei New Deals und liefert eine verblüffende Erklärung für die Popularität der totalitären Systeme in Europa.
Schivelbusch kehrt zur Weltwirtschaftskrise zurück und zeichnet die Entstehung eines neuen Staatstyps nach, der sich auf Massenpropaganda stützt, von einer charismatischen Persönlichkeit geführt wird und Stabilität und Macht ausstrahlt. Er deckt verblüffende Ähnlichkeiten zwischen den drei Regimen auf: die symbolische Bedeutung gigantischer öffentlicher Bauprogramme wie der TVA-Dämme und der deutschen Autobahn, die nicht nur die Menschen wieder in Arbeit brachten, sondern auch die Autorität des Staates verkörperten; die verführerische Überzeugungskraft von Roosevelts Kamingesprächen und Mussolinis Radioansprachen; die Vorliebe für monumentale Architektur, die Washington wie Berlin prägte; und die allgegenwärtigen Banner, die die Bürger als treue Gefolgsleute des Staates anwerben.
Schivelbusch ist weit davon entfernt, Roosevelt, Hitler und Mussolini gleichzusetzen oder ihre akuten Unterschiede zu verharmlosen. Vielmehr schlägt er vor, dass die populistischen und paternalistischen Eigenschaften, die ihren Staaten gemeinsam sind, der Schlüssel zu der rätselhaften Gefolgschaft sind, die den tyrannischsten Regimen Europas einst entgegengebracht wurde.