Bewertung:

Das Buch ist eine umfassende und fesselnde Erkundung der amerikanischen Literatur, die Texte und Ideen aus verschiedenen Kulturen und Disziplinen einbezieht. Während es starke Texte vorstellt und aufschlussreiche Perspektiven bietet, fanden einige Leser bestimmte Abschnitte weniger befriedigend und entsprechen vielleicht nicht den Erwartungen aller.
Vorteile:⬤ Spannende und gut geschriebene Literaturkritik
⬤ umfasst ein breites Spektrum an Texten und Disziplinen
⬤ bietet erhellende Perspektiven
⬤ sehr empfehlenswert.
⬤ Einige Kapitel entsprechen vielleicht nicht den Erwartungen, wie z.B. das Kapitel über Black English
⬤ bestimmte kulturelle Bezüge, wie afrikanische Trickster-Geschichten, fehlen
⬤ gemischte Kritiken zu den Theorien des Autors.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Through Other Continents: American Literature Across Deep Time
Was wir als amerikanische Literatur bezeichnen, ist häufig eine Kurzform, ein vereinfachter Name für ein ausgedehntes Geflecht von Beziehungen. Dies ist das Argument von Through Other Continents, Wai Chee Dimocks nachhaltigem Versuch, die amerikanische Literatur als eine Teilmenge der Weltliteratur zu lesen.
Inspiriert von einem unorthodoxen Archiv - das von epischen Überlieferungen in Akkadisch und Sanskrit bis hin zu Volkskunst, Gemälden von Veronese und Tiepolo und der Musik der Grateful Dead reicht - konstruiert Dimock eine lange Geschichte der Welt, eine Geschichte, die sie Deep Time nennt. Die Zivilisationen Mesopotamiens, Indiens, Ägyptens, Chinas und Westafrikas sowie Europas haben ihre Spuren in der amerikanischen Literatur hinterlassen, die ganz anders aussieht, wenn man sie aus einem rein nationalen oder englischsprachigen Kontext herauslöst. Wichtige Autoren wie Thoreau, Margaret Fuller, Ezra Pound, Robert Lowell, Gary Snyder, Leslie Silko, Gloria Naylor und Gerald Vizenor erscheinen in diesem Licht wie verwandelt. Emerson entpuppt sich als Übersetzer der islamischen Kultur; Henry James' Romane werden über weite Strecken zu Gilgameschs Verwandten; und Black English verliert seine Ungrammatikalität, wenn es als kreolische Sprache neu klassifiziert wird, die den Input aus Afrika, Europa und Amerika miteinander verbindet.
Dimock vertritt die Auffassung, dass die amerikanische Literatur nicht dem Nationalstaat, sondern der menschlichen Spezies als Ganzes verpflichtet ist und dass sie sich dramatisch verändert, wenn man sie aus einem streng nationalen oder englischsprachigen Kontext herauslöst.