
A Brief History of the Masses: Three Revolutions
Stefan Jonsson entwirft anhand von drei monumentalen Kunstwerken eine provokante Geschichte der Volksrevolte: Jacques-Louis Davids Der Schwur auf dem Tennisplatz (1791), James Ensors Der Einzug Christi in Brüssel 1889 (1888) und Alfredo Jaars Sie liebten sie so sehr, die Revolution (1989). Diese kanonischen Bilder, die sich jeweils mit der Französischen Revolution von 1789, dem proletarischen Messianismus in Belgien in den 1880er Jahren und den weltweiten Rebellionen und Revolutionen von 1968 befassen, zeigen nicht nur eine alternative Sicht der Geschichte, sondern bieten auch ein neues Verständnis der Beziehung zwischen Kunst und Politik und des revolutionären Charakters der wahren Demokratie.
Anhand von Beispielen aus Literatur, Politik, Philosophie und anderen Kunstwerken baut Jonsson sein Porträt sorgfältig auf und zeigt dabei überraschende Parallelen zwischen der politischen Darstellung des "Volkes" in der Regierung und seiner ästhetischen Darstellung in der Malerei. In beiden Fällen, so Jonsson, wird das Volk im Wesentlichen "gerahmt" und als Elite oder Masse, als mündiger Bürger oder wütender Mob definiert. Doch in den ästhetischen Fantasien von David, Ensor und Jaar findet Jonsson ein anderes Verständnis von Demokratie - eines, in dem menschliche Kollektive den Rahmen sprengen und das Bild betreten.
Indem er die Errungenschaften und das Scheitern vergangener Revolutionen mit aktuellen politischen Fragen in Verbindung bringt, ordnet Jonsson unsere Gegenwart in ein langes historisches Drama von Volksunruhen ein und macht sein Buch sowohl zu einer Kulturgeschichte als auch zu einer aktuellen Diskussion über das Schicksal der Demokratie in unserer globalisierten Welt.