Subjekt ohne Nation: Robert Musil und die Geschichte der modernen Identität

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Subjekt ohne Nation: Robert Musil und die Geschichte der modernen Identität (Stefan Jonsson)

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Originaltitel:

Subject Without Nation: Robert Musil and the History of Modern Identity

Inhalt des Buches:

Diese innovative Studie über die Werke von Robert Musil öffnet ein neues Fenster zur Geschichte der modernen Identität in der westlichen Kultur. Stefan Jonsson argumentiert, dass Musils Österreich der erste postimperiale Staat im modernen Europa war. Vor seiner Zerstörung im Jahr 1918 herrschte das österreichisch-ungarische Reich über eine Vielzahl von Nationalitäten, und sowohl während als auch nach seinem Untergang wurde Österreich von Nationalismus, Rassismus und anderen Formen der Identitätspolitik heimgesucht, die schließlich zum Triumph des Nationalsozialismus führten.

Auf diese Gesellschaft reagierte Musil mit seinem großen Werk Der Mann ohne Eigenschaften. Jonsson erforscht die Ecken und Winkel dieses Klassikers der Moderne und zeigt, dass sich Musils Erzählung entlang zweier Achsen entwickelt, die parallel zueinander betrachtet werden müssen: Während die Haupthandlung eine Wiener Elite porträtiert, die 1913 versucht, den sozialen Zusammenhalt wiederherzustellen, indem sie die Unterstützung des Volkes für die kulturelle Essenz des Kaiserreichs sammelt, entdeckt der Protagonist, dass ihm die Essenz gänzlich fehlt, und fühlt sich von Monstern, Kriminellen und revolutionären Figuren angezogen, die die soziale Ordnung ablehnen. Auf diese Weise zeichnet Musils Roman das Verschwinden dessen nach, was Jonsson das expressivistische Paradigma nennt - die Überzeugung, dass Identitäten wie Geschlecht, Nationalität, Klasse und sozialer Charakter Ausdruck dauerhafter intrinsischer Dispositionen sind. Dies, so Jonsson, ist Musils großes Vermächtnis. Denn der österreichische Autor versuchte nicht nur, die vorherrschenden Vorstellungen von persönlicher und kultureller Identität aufzulösen; er entwarf auch "einen neuen Menschen", der sich der Assimilation in imperialistische, nationalistische oder faschistische Gemeinschaften widersetzen würde.

Subjekt ohne Nation präsentiert eine neue Interpretation der Wiener Moderne und deckt die historischen Grundlagen poststruktureller und postkolonialer Neukonzeptualisierungen der menschlichen Subjektivität auf. Das Buch beleuchtet die Verbindungen zwischen Musils Gesamtwerk und den Entwicklungen des kritischen Denkens in der Nachkriegszeit und stellt einen wichtigen Schnittpunkt zwischen Literaturkritik, Geistesgeschichte und Kulturtheorie dar.

Weitere Daten des Buches:

ISBN:9780822325703
Autor:
Verlag:
Einband:Taschenbuch
Erscheinungsjahr:2001
Seitenzahl:392

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