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Memories of Absence: How Muslims Remember Jews in Morocco
Es gibt ein marokkanisches Sprichwort: Ein Markt ohne Juden ist wie Brot ohne Salz. Einst eine blühende Gemeinde, sind bis Ende der 1980er Jahre 240.000 Juden aus Marokko ausgewandert.
Heute sind weniger als 4.000 Juden übrig geblieben. Trotz ihrer jahrhundertelangen Präsenz wurde die jüdische Geschichte in Marokko durch nationale historische Amnesie, jüdische Abwesenheit und eine wachsende Bestürzung über den Palästinakonflikt weitgehend verdrängt.
Memories of Absence untersucht, wie sich vier aufeinanderfolgende Generationen an die verlorene jüdische Gemeinschaft erinnern. Die marokkanische Haltung gegenüber der jüdischen Bevölkerung hat sich im Laufe der Jahrzehnte verändert, und im Zentrum der marokkanischen Nation hat sich eine neue Debatte entwickelt: Welchen Platz hat der Jude im Kontext einer arabischen und islamischen Monarchie? Können Juden gleichzeitig Marokkaner und Zionisten sein? Anhand von mündlichen Zeugnissen und Geschichten, Gerüchten und Humor untersucht Aomar Boum den starken Meinungs- und Einstellungswandel im Laufe der Generationen und die zunehmenden antisemitischen Überzeugungen bei jüngeren Menschen, die mit Juden nur durch internationale Medien und das nationale Gedächtnis in Berührung gekommen sind.