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Undesirables: A Holocaust Journey to North Africa
In dieser fesselnden Graphic Novel begegnet ein jüdischer Journalist einer Fortsetzung der Schrecken des Holocausts in Nordafrika.
Im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs zeichnete sich Hitlers völkermörderischer Feldzug gegen die Juden durch die wachsende Flut von Faschismus und Antisemitismus in Europa ab. Doch die Schrecken des Holocaust beschränkten sich nicht auf die Konzentrationslager in Europa: Der antisemitische Terror verbreitete sich über das französische Vichy-Regime bis in die französischen Kolonien in Nordafrika, wo Juden und andere "Unerwünschte" in den Zwangsarbeitslagern Algeriens und Marokkos unter brutalen Bedingungen ums Überleben kämpften - in einer unerbittlichen Landschaft, die sich von Europa deutlich unterschied. Der Historiker Aomar Boum und die Illustratorin Nadjib Berber nehmen uns in dieser reichhaltigen historischen Graphic Novel mit auf die weniger bekannte Seite der Traumata, die der Holocaust verursachte, indem sie die Reise eines Mannes als Holocaust-Flüchtling verfolgen.
Hans Frank ist ein jüdischer Journalist, der über Politik in Berlin berichtet. Als er miterlebt, wie die Nazipartei ihre Macht festigt, wird er zunehmend unruhig und beschließt, aus Deutschland zu fliehen. Durch seine Kontakte zu einem transnationalen Netzwerk von Aktivisten, die sich gegen Faschismus und Antisemitismus engagieren, landet Hans schließlich in Französisch-Algerien, wo das Vichy-Regime wenige Tage nach seiner Ankunft alle ausländischen Juden als "unerwünscht" einstuft und ihre Internierung fordert. Auf dem Weg nach Marokko wird er von den Vichy-Behörden festgenommen und zunächst in Le Vernet interniert, später in verschiedene Lager in den Wüsten Marokkos und Algeriens gebracht. Die Erinnerungen an sein früheres Leben als politischer Journalist verblassen wie ein Traum, und Hans verbringt die nächsten anderthalb Jahre in Zwangsarbeitslagern, wo er die Geschichten anderer hört, deren Leben durch Gewalt und Krieg aus den Fugen geraten ist.
Mit kühnen, historisch angehauchten Illustrationen, die die Spannung des bevorstehenden Krieges und die Grausamkeit der Vichy-Lager vermitteln, fangen Aomar Boum und Nadjib Berber die Erfahrungen Tausender von Flüchtlingen durch den fiktiven Hans ein und schildern, wie die Traumata des Holocausts weit über die Grenzen Europas hinausreichten.