Ernesto Sabato ist ein argentinischer Schriftsteller und Maler, dessen Leben und Werk die lateinamerikanische Literatur nachhaltig geprägt haben. Der am 24. Juni 1911 geborene Ernesto Sabato schlug zunächst eine wissenschaftliche Laufbahn ein, promovierte in Physik an der Universität La Plata und forschte am Institut Curie in Paris. Seine Leidenschaft für Literatur und Philosophie hatte jedoch bald Vorrang, so dass er seine wissenschaftliche Laufbahn aufgab und sich auf das Schreiben konzentrierte.
In seiner Literatur erforscht Ernesto Sabato oft die Tiefen der menschlichen Psychologie und existenzielle Themen. Sein berühmtester Roman „El Túnel“ (Der Tunnel), der 1948 erschien, ist ein fesselnder psychologischer Thriller, der in die Psyche eines gequälten Malers eindringt. Dieser Roman machte Ernesto Sabato zu einer wichtigen literarischen Figur und wurde für seine intensive und tiefgründige Charakterstudie gelobt.
Ein weiteres monumentales Werk von Ernesto Sabato ist „Sobre héroes y tumbas“ (Über Helden und Gräber), das 1961 veröffentlicht wurde. Dieser Roman verbindet Elemente der historischen Fiktion, des psychologischen Dramas und der philosophischen Untersuchung. Einer seiner bemerkenswerten Abschnitte, „Informe sobre ciegos“ (Bericht über die Blinden), wurde durch seine düstere und fesselnde Erzählung besonders berühmt. „Abaddón el exterminador“ (Der Engel der Finsternis), das 1974 erschien, vervollständigt die Trilogie und festigt Ernesto Sabatos Bedeutung in der literarischen Welt.
Neben seinem literarischen Schaffen engagierte sich Ernesto Sabato auch im Bereich der Menschenrechte. Im Jahr 1984 wurde er zum Leiter der CONADEP (Nationale Kommission für das Verschwinden von Personen) ernannt, die Menschenrechtsverletzungen während des Schmutzigen Krieges in Argentinien untersuchte. Die Ergebnisse der Kommission wurden in dem bahnbrechenden Bericht „Nunca Más“ (Nie wieder) veröffentlicht, der ein entscheidendes Dokument in der Geschichte Argentiniens darstellt.
Neben seinen Romanen und seiner Menschenrechtsarbeit spiegeln Ernesto Sabatos Essays und philosophische Schriften seine tiefe Auseinandersetzung mit existenzialistischem Gedankengut und seine Sorgen über die moderne Gesellschaft wider. Seine Doppelkarriere als Physiker und Schriftsteller verleiht seinem Werk eine einzigartige Dimension, in der wissenschaftliche Strenge auf literarische Kreativität trifft.
Ernesto Sabato verstarb am 30. April 2011, doch sein Vermächtnis bleibt durch sein tiefgründiges und zum Nachdenken anregendes Werk bestehen. Seine Romane, Essays und sein Aktivismus inspirieren weiterhin Leser und Intellektuelle auf der ganzen Welt und machen Ernesto Sabato zu einer bleibenden und gefeierten Figur der Literatur- und Kulturgeschichte.