Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 4 Stimmen.
Exhaustion of Difference- PB: The Politics of Latin American Cultural Studies
Die Bedingungen für das Denken über Lateinamerika als regionale Einheit im transnationalen akademischen Diskurs haben sich in den letzten Jahrzehnten verändert. In The Exhaustion of Difference denkt Alberto Moreiras über die Auswirkungen dieses Wandels nach und stützt sich auf Dekonstruktion, Marxsche Theorie, Philosophie, politische Ökonomie, subalterne Studien, Literaturkritik und postkoloniale Studien, um die minimalen Bedingungen für eine wirksame Wissenskritik angesichts der jüngsten Transformationen der zeitgenössischen Welt zu hinterfragen.
Was, so fragt Moreiras, ist die Funktion der kritischen Vernunft in der heutigen Zeit? Was ist regionalistisches Wissen im Angesicht der Globalisierung? Kann regionalistisches Wissen ein wirksames Instrument für eine Kritik der zeitgenössischen Vernunft sein? Was ist die Besonderheit der lateinamerikanischen Reflexion und wie kann sie sich mit diesen Fragen auseinandersetzen? Anhand von Untersuchungen des kritischen Regionalismus, des restitutionellen Exzesses, der historischen Genealogie des lateinamerikanischen Subalternismus, der testimonio-Literatur und der Kulturpolitik des magischen Realismus argumentiert Moreiras, dass die Kulturwissenschaften zwar zunehmend institutionalisiert sind und Gefahr laufen, die vorherrschenden Ideologien des Spätkapitalismus zu reproduzieren, dass sie aber auch reif dafür sind, Projekten der theoretischen Neuformulierung Platz zu machen. Letztlich, so behauptet er, muss die kritische Vernunft ihre Treue zu ästhetisch-historischen Projekten und zu den destruktiven Binaritäten aufgeben, auf denen alle Kulturtheorien der Moderne aufgebaut sind.
The Exhaustion of Difference" leistet einen wichtigen Beitrag zum Überdenken der lateinamerikanischen Kulturwissenschaften.