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Infrapolitics: A Handbook
Das Persönliche ist nicht politisch, auch wenn die Politik es prägt und in vielen Fällen bestimmt.
Die Infrapolitik versucht, Existenzbedingungen zu verstehen, die nicht auf das politische Leben reduzierbar sind und die jede Definition einer an politische Bestimmungen gebundenen Welt übersteigen. Sie versucht, eine Äußerlichkeit zu mobilisieren, ohne die Politik nur Geschäft oder Verwaltung, d.h.
Unterdrückung, sein könnte. Sie fordert eine Veränderung des Sehens und eine Alltagspraxis, die sich der politischen Totalisierung entzieht, im Namen einer neuen Produktion des Begehrens, einer neuen Emanzipation und einer Konzeption der Erfahrung, die die allgemeine Gefangenschaft des Lebens durchbrechen kann. In diesem Buch beschreibt Alberto Moreiras eine Form des Denkens, die darauf abzielt, Inhalte für eine Lebensform zu liefern und eine neue theoretische Praxis für die konkrete Existenz anzubieten.
Das Buch liefert eine Genealogie des Begriffs der Infrapolitik und verortet ihn in der zeitgenössischen philosophischen Reflexion, indem es seine Entfaltung im Gefolge der Postphänomenologie und Dekonstruktion, der Lacanschen Analyse, des Prinzips der Anarchie und einer egalitären Symbolisierung des sozialen Lebens untersucht. Dabei arbeitet Moreiras die Infrapolitik sowohl als allgemeine Kritik des politischen Apparats als auch als imperativen Horizont für die existenzielle Selbsterkenntnis heraus.