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![Frauen und Belletristik [A Room of One's Own]](/_/0/800/800549-234a.webp)
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Women and Fiction [A Room of One's Own]
2015 Nachdruck der Ausgabe von 1960. Vollständiges Faksimile der Originalausgabe.
"Women and Fiction" wurde erstmals in den USA im Forum Magazine, einer bekannten Literaturzeitschrift der 1920er Jahre, veröffentlicht. Es ist der Hauptaufsatz und Titel einer Reihe von Vorlesungen, die Woolff im Oktober 1928 am Newnham College und am Girton College, zwei Frauen-Colleges der Universität Cambridge, hielt. Dieser Essay und die Vorlesungen wurden schließlich 1929 unter dem Titel A Room of One's Own" veröffentlicht.
In diesem Essay geht Woolf den Gründen für die sehr begrenzten Erfolge von Romanautorinnen im Laufe der Jahrhunderte nach. Warum sind sie gescheitert? Sie scheiterten, weil sie finanziell nicht unabhängig waren; sie scheiterten, weil sie intellektuell nicht frei waren; sie scheiterten, weil ihnen eine umfassende Welterfahrung verwehrt war.
Frau Woolf stellt sich vor, was mit einer hypothetischen Schwester Shakespeares (die sein ganzes Genie besaß) geschehen wäre, weil sie im achtzehnten Jahrhundert lebte; sie besteht darauf, dass keine Frau in diesem Zeitalter der Prügelknaben die Stücke hätte schreiben können, ganz gleich, wie begabt sie war. Sie zeigt, was im neunzehnten Jahrhundert mit den Brontes und George Eliot geschah, weil ihnen die volle Teilhabe am Leben fehlte; selbst George Eliot, die "emanzipierte" Frau, lebte prosaisch mit einem Mann in St.
John's Wood, während Tolstoi durch die Welt zog und bei Zigeunern lebte; und "Krieg und Frieden" war für eine Frau damals genauso unmöglich zu schreiben wie "Lear" drei Jahrhunderte zuvor. Dieser kurze Essay bleibt ein wichtiger feministischer Text.