Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 2 Stimmen.
Holderlins Aufsätze und Briefe sind wesentliche Dokumente für das Verständnis der Übergangszeit von der neoklassischen Poetik zu einer Poetik, die man nur als einzigartig und in ihrer oft experimentellen Struktur als wesentlich modernistisch bezeichnen kann.
Das vorliegende Buch enthält nahezu alle theoretischen Schriften Holderlins in einer ersten Übersetzung. Trotz der großen Bedeutung von Holderlins Ideen für das zeitgenössische kritische Denken war der größte Teil seines äußerst wichtigen theoretischen Werks für englische Leser bisher nicht zugänglich. Hier finden sich auch eine Reihe von Briefen, die die Entwicklung von Holderlins Gedanken zu Fragen aufzeigen, die auch heute noch grundlegend für Poetik und Philosophie sind.
In der kritischen Einleitung des Werkes werden sowohl die historische Genese von Holderlins theoretischen Schriften aus der Aufklärung heraus als auch ihre systematische Auseinandersetzung mit dem nachkantischen Idealismus diskutiert. Anhand von Interpretationen dreier kurzer Fragmente zeigt Pfau, dass es unzureichend wäre, Holderlin als bloßen Vorläufer der großen systematischen Philosophen des Deutschen Idealismus - Fichte, Schelling und Hegel - zu betrachten. Vielmehr markieren Holderlins früheste theoretische Fragmente bereits eine Abkehr von der strengen Systematik, die dem philosophischen Diskurs seiner Zeitgenossen zugrunde liegt. Holderlins theoretische Schriften sind vielleicht die bedeutendsten Texte in der viel diskutierten Verbindung von idealistischer Philosophie und romantischer Dichtung und Poetik.