Minding the Modern: Menschliches Handeln, intellektuelle Traditionen und verantwortliches Wissen

Bewertung:   (4,6 von 5)

Minding the Modern: Menschliches Handeln, intellektuelle Traditionen und verantwortliches Wissen (Thomas Pfau)

Leserbewertungen

Zusammenfassung:

Die Rezensionen zu „Ein säkulares Zeitalter 2.0“ befassen sich ausführlich mit der Rückkehr des religiösen Denkens im modernen Diskurs und widersprechen der Darstellung einer linearen Entwicklung von der Religion zum Säkularismus. In den Rezensionen wird argumentiert, dass zeitgenössische Wissenschaftler zunehmend die Komplexität der menschlichen Persönlichkeit und die Bedeutung historischer und philosophischer Kontexte anerkennen. Pfaus Werk zeichnet sich durch eine tiefgreifende Textanalyse aus, die ein klares Gespräch über das Personsein, die Ethik und das Versagen der Moderne bei der angemessenen Berücksichtigung dieser Konzepte ermöglicht. Es gibt jedoch auch kritische Anmerkungen zu Pluralität und Nostalgie sowie Bedenken, dass die Perspektive des Buches weitgehend katholisch ist.

Vorteile:

Beschäftigt sich intensiv mit historischen Texten und philosophischen Ideen zur Person.
stellt die lineare Erzählung vom Aufstieg des Säkularismus in Frage und erkennt ein Wiederaufleben des religiösen Diskurses an.
Bietet aufschlussreiche Kritiken am modernen Denken und erforscht vergessene Traditionen.
Gut recherchierte und sorgfältig konstruierte Erzählung.
Verwendet einen „close reading“-Ansatz, der die akademische Diskussion fördert.

Nachteile:

Kann als nostalgisch oder übermäßig kritisch gegenüber der Moderne erscheinen.
Eine mögliche Voreingenommenheit gegenüber der römisch-katholischen Sichtweise könnte einige Leser abschrecken.
Kritiken an bestimmten protestantischen Traditionen können abwertend oder zu vereinfacht erscheinen.
Länge und Komplexität des Textes können Gelegenheitsleser abschrecken.

(basierend auf 1 Leserbewertungen)

Originaltitel:

Minding the Modern: Human Agency, Intellectual Traditions, and Responsible Knowledge

Inhalt des Buches:

In dieser brillanten Studie argumentiert Thomas Pfau, dass der Verlust grundlegender Konzepte in der klassischen und mittelalterlichen aristotelischen Philosophie zu einer verhängnisvollen Trennung zwischen Vernunft und Wille im europäischen Denken führte. Pfau zeichnet die Entwicklung und den letztendlichen Verfall der Schlüsselbegriffe des menschlichen Handelns - Wille, Person, Urteil, Handlung - von der Antike über die Scholastik bis hin zur Moraltheorie des 18. Jahrhunderts und ihrer kritischen Revision in den Werken von Samuel Taylor Coleridge nach. Jahrhunderts und ihre kritische Revision in den Werken von Samuel Taylor Coleridge. Mit ausführlichen kritischen Erörterungen von Aristoteles, Gnostizismus, Augustinus, Aquin, Ockham, Hobbes, Shaftesbury, Mandeville, Hutcheson, Hume, Adam Smith und Coleridge vertritt diese Studie die These, dass die humanistischen Konzepte, die diese Autoren zu erhellen versuchen, nur dann Sinn und Bedeutung erlangen, wenn wir bereit sind, uns positiv mit ihren früheren Verwendungen auseinanderzusetzen (statt sie zu historisieren). Beginnend mit dem Aufkommen des theologischen (und schließlich des säkularen) Voluntarismus scheint das moderne Denken zunehmend unwillig und mit der Zeit unfähig zu sein, sich mit der tiefgreifenden Geschichte seiner eigenen zugrundeliegenden Konzepte auseinanderzusetzen, was dazu führt, dass unser Verständnis des Wesens und der Funktion der humanistischen Forschung zunehmend ausgefranst und inkohärent wird.

Eine Folge dieser Verschiebung ist, dass die moralische Selbstdarstellung der intellektuellen Eliten wie auch der normalen Bürger verkümmert ist, was wiederum die weit verbreitete Vorstellung genährt hat, dass moralische und ethische Belange nur ein spezieller Zweig der Forschung sind, der weitgehend durch Meinungen und nicht durch dialogisches Denken, Urteilen und Handeln bestimmt wird.

Ein deutliches Zeichen für diesen Rückschritt ist die gegenwärtige Krise der Geisteswissenschaften, deren Rolle überwiegend im Hinblick auf wissenschaftliche Theorien, Methoden und Ziele konzipiert (und negativ bewertet) wird. Das letzte Opfer dieses Reduktionismus ist die Idee des Personseins selbst und das Verschwinden einer angemessenen ethischen Sprache. Minding the Modern ist nicht nur ein Kapitel der Ideengeschichte, sondern eine gründliche phänomenologische und metaphysische Studie über die Wurzeln der heutigen Probleme.

Weitere Daten des Buches:

ISBN:9780268038403
Autor:
Verlag:
Sprache:Englisch
Einband:Hardcover
Erscheinungsjahr:2013
Seitenzahl:684

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