Bewertung:

Geschichte der Gewalt von Édouard Louis ist ein autobiografischer Roman, der sich mit den Folgen eines brutalen Angriffs auf den Autor beschäftigt. Durch einen einzigartigen Erzählstil stellt er das Trauma und die Komplexität der Gewalterfahrung dar und konzentriert sich dabei auf Themen wie Identität, gesellschaftliche Wahrnehmung und persönliche Genesung. Das Buch hat gemischte Kritiken erhalten, in denen sowohl der kraftvolle Schreibstil als auch die schwierige Thematik hervorgehoben wurden.
Vorteile:Das Buch wird für seinen kraftvollen und lyrischen Schreibstil, seine einzigartige Erzählweise und seine tiefe emotionale Wirkung gelobt. Viele Leserinnen und Leser empfanden die Auseinandersetzung mit Trauma und Identität als aufschlussreich und erfrischend und bemerkten die Fähigkeit der Autorin, ein Gefühl der Kameradschaft und des Verständnisses zu vermitteln, anstatt bloßes Mitleid zu zeigen. Die Erzählung wird als intim und politisch aufgeladen beschrieben, mit einem komplexen Ansatz zu den Themen Gewalt und Genesung.
Nachteile:Einige Leser empfanden die Struktur und den Erzählstil als unzusammenhängend und schwer nachvollziehbar, mit häufigen Perspektiv- und Zeitwechseln, die den Leser verwirren könnten. Das Thema wird als düster und schmerzhaft beschrieben, so dass es nicht für jeden geeignet ist. Außerdem wurden bestimmte Erzähltechniken von einigen als unbeholfen empfunden, was das Gesamterlebnis beeinträchtigte.
(basierend auf 24 Leserbewertungen)
History of Violence
Geschichte der Gewalt ist der autobiografische Roman des französischen Bestsellerautors Edouard Louis über das Überleben eines schockierenden sexuellen Übergriffs und die Bewältigung der posttraumatischen Belastungsstörung, die sich daraus ergibt.
An Heiligabend 2012 wurde der Schriftsteller Edouard Louis in Paris von einem Mann, den er gerade erst kennengelernt hatte, vergewaltigt und beinahe ermordet. Die Folgen dieser Gewalttat machten Louis zu einem Fremden und schickten ihn zurück in sein Dorf, seine Familie und seine Vergangenheit, die er eigentlich hinter sich lassen wollte.
Die Geschichte der Gewalt, in Frankreich ein Bestseller, ist ein kurzer Tatsachenroman in der Tradition von Truman Capotes Kaltblütig, aber mit dem Opfer als Subjekt. Die Geschichte der Gewalt bewegt sich nahtlos und hypnotisch zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen der Stimme von Louis und der Stimme eines imaginären Erzählers, und hat die Genauigkeit eines Polizeiberichts und die forschende, unbeirrbare Neugier der besten Memoiren. Sie dokumentiert nicht nur den unverhohlenen Rassismus und die Homophobie der französischen Gesellschaft, sondern auch deren subtile Auswirkungen auf Liebende, Brüder und Schwestern, Ehemänner und Ehefrauen. Es ist ein großer Schritt nach vorn für einen jungen Schriftsteller, dessen Scharfsinn, Geschick und Tiefe von keinem anderen Romancier seiner Generation übertroffen werden, weder auf Französisch noch auf Englisch.