Bewertung:

Kathleen Stewarts Buch ist eine einzigartige Erkundung des alltäglichen Lebens durch kreatives und lyrisches Schreiben, das Elemente der Anthropologie, der Ethografie und der persönlichen Reflexion miteinander verbindet. Es zeichnet sich durch schöne Prosa und eine Konzentration auf das Gewöhnliche aus, auch wenn manche Leser den Stil als prätentiös und schwer zugänglich empfinden.
Vorteile:⬤ Wunderschönes Schreiben, das einen bemerkenswerten Einblick in das durchschnittliche Amerika bietet
⬤ kreative und vertraute Mittel, um das Gewöhnliche zu erfassen
⬤ zum Nachdenken anregend und zugänglich
⬤ erforscht Themen des Affekts und der alltäglichen Erfahrung effektiv
⬤ ein starkes Werkzeug für den Unterricht und das Verständnis zeitgenössischer amerikanischer Themen.
⬤ Manche Leser finden den Schreibstil langweilig, prätentiös oder voller unnötiger Fachausdrücke
⬤ nicht für jeden ansprechend
⬤ manche können sich nur schwer mit dem Stil anfreunden
⬤ ein polarisierendes Buch, das sowohl viel Lob als auch erhebliche Kritik erhalten hat.
(basierend auf 18 Leserbewertungen)
Ordinary Affects
Ordinary Affects ist ein einzigartiges Plädoyer für die Aufmerksamkeit auf die affektiven Dimensionen des Alltagslebens und das Potenzial, das das Gewöhnliche belebt.
Die Anthropologin Kathleen Stewart, die für ihre Beschäftigung mit der Poetik und Politik von Sprache und Landschaft bekannt ist, stellt Überlegungen dazu an, wie gewöhnliche Einflüsse das Subjekt als eine Fähigkeit zum Affekt und zum Affektiertwerden schaffen. In einer Reihe von kurzen Vignetten, die Erzählungen, ethnografische Details und kritische Analysen miteinander verbinden, erzählt Stewart von der Intensität und Banalität alltäglicher Erfahrungen und seltsamer Begegnungen, von halbgespenstischen Szenen und der anhaltenden Resonanz vergangener Ereignisse.
Obwohl die meisten der geschilderten Fälle aus Stewarts eigenem Leben stammen, schreibt sie in der dritten Person, um darüber nachzudenken, wie intime Erfahrungen mit Gefühlen, dem Körper, anderen Menschen und der Zeit uns untrennbar mit der Außenwelt verbinden. Stewart verzichtet darauf, ein übergreifendes System zu postulieren - ob es nun Globalisierung, Neoliberalismus oder Kapitalismus heißt -, um die Art und Weise zu beschreiben, wie wirtschaftliche, politische und soziale Kräfte das Leben des Einzelnen prägen. Stattdessen beginnt sie mit den disparaten, fragmentierten und scheinbar unbedeutenden Erfahrungen des Alltags, um die Aufmerksamkeit auf das Gewöhnliche als integralen Ort der Kulturpolitik zu lenken.
Der gewöhnliche Affekt, so betont sie, wird in seiner Besonderheit registriert, doch er verbindet die Menschen und schafft gemeinsame Erfahrungen, die das öffentliche Gefühl prägen. Durch diese anekdotische Geschichte - die auf poetische Weise über die Extreme des Gewöhnlichen nachdenkt und das dichte Netz sozialer und persönlicher Verbindungen darstellt, die ein Leben ausmachen - unterstreicht Stewart die Notwendigkeit, sich mit den flüchtigen und veränderlichen Aspekten der Existenz zu beschäftigen, um die komplexe persönliche und soziale Dynamik der politischen Welt zu erkennen.