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Gravitational Lensing: Strong, Weak and Micro: Swiss Society for Astrophysics and Astronomy
Die 1919 von A. S.
Eddington und seinen Mitarbeitern gemachte Beobachtung der gravitativen Ablenkung des Lichts durch die Sonne bewies eine der vielen Vorhersagen der Allgemeinen Relativitätstheorie von Einstein: Die Sonne war das erste Beispiel für eine Gravitationslinse. Im Jahr 1936 veröffentlichte Albert Einstein einen Artikel, in dem er Sterne als Gravitationslinsen vorschlug. Ein Jahr später wies Fritz Zwicky darauf hin, dass Galaxien viel wahrscheinlicher als Sterne als Linsen fungieren würden, und nannte auch eine Liste möglicher Anwendungen, z.
B.
zur Bestimmung des Anteils dunkler Materie in Galaxien und Galaxienhaufen. Erst 1979 wurde das erste Beispiel einer extragalaktischen Gravitationslinse durch die Beobachtung des fernen Quasars QSO 0957+0561 von D.
Walsh, R. F. Carswell und R.
J. Weymann geliefert. Einige Jahre später wurde die erste Linse entdeckt, die Bilder in Form von Bögen zeigt.
Die Theorie, die Beobachtungen und die Anwendungen des Gravitationslinsensystems stellen einen der am schnellsten wachsenden Zweige der Astrophysik dar. Die gravitative Ablenkung des Lichts, die durch Massenkonzentrationen entlang des Lichtweges erzeugt wird, führt zu einer Vergrößerung, Vervielfachung und Verzerrung des Bildes und verzögert die Ausbreitung von einer Sichtlinie zur anderen.
Die enorme Menge an wissenschaftlicher Arbeit, die in den letzten zehn Jahren im Bereich der Gravitationslinsen geleistet wurde, hat deutlich gezeigt, dass sie bereits erhebliche und weitreichende Auswirkungen haben und das Potenzial für zukünftige astrophysikalische Anwendungen besitzen.