Bewertung:

In den Rezensionen zu „Welcome to Alliance Lane“ wird das Buch als fesselnde Mischung aus Mikrogeschichte, Ethnografie und persönlicher Erzählung hervorgehoben, die Einblicke in die kulturelle und architektonische Geschichte Shanghais durch die Brille familiärer Erfahrungen bietet. Die Leser schätzen Jie Lis einnehmenden Schreibstil und den interdisziplinären Ansatz des Buches, der zu Vergleichen mit anderen bedeutenden Werken einlädt.
Vorteile:⬤ Eine sehr intime und aufschlussreiche Erkundung der Kultur und Architektur Shanghais.
⬤ Fesselnde Erzählung, die den Leser zum Weiterblättern anregt.
⬤ Gut geschriebene, kluge Ethnografie, die ein breites Publikum anspricht, auch diejenigen, die mit China nicht vertraut sind.
⬤ Kombiniert akademisches Schreiben mit mündlicher Geschichte auf effektive Weise.
⬤ Verweise auf andere bedeutende Werke schaffen ein Gefühl der Verbundenheit und Spannung für die Leser.
Einige Leser könnten den interdisziplinären und intertextuellen Charakter des Buches überwältigend finden, da es die Kenntnis zahlreicher anderer verwandter Werke voraussetzt.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
Shanghai Homes: Palimpsests of Private Life
Was hat es in der schillernden Weltmetropole Shanghai bedeutet, diese Stadt sein Zuhause zu nennen? In diesem Bericht - teils Mikrogeschichte, teils Memoiren - rettet Jie Li intime Erinnerungen von aufeinanderfolgenden Generationen von Bewohnern zweier lebendiger, kulturell gemischter Gassen Shanghais aus der Zeit der Republikaner, des Maoismus und der Zeit nach Mao. Indem er drei Dimensionen des Privatlebens erforscht - Territorien, Artefakte und Klatsch -, stellt Li die Geräusche, Gerüche, das Aussehen und das Gefühl von Zuhause über ein turbulentes Jahrhundert hinweg wieder her.
Die beiden Häuser, die im Mittelpunkt dieser Erzählung stehen, wurden 1915 und 1927 von britischen und japanischen Unternehmen gebaut und befanden sich in einem Industriegebiet der ehemaligen „Internationalen Siedlung“. Vor ihrem kürzlichen Abriss waren sie in die labyrinthischen Gassen Shanghais eingebettet, die vom Chinesisch-Japanischen Krieg bis zur Kulturrevolution mehr als die Hälfte der Bevölkerung der Stadt beherbergten.
Anhand von Interviews mit ihren eigenen Familienmitgliedern sowie deren Nachbarn, Klassenkameraden und Arbeitskollegen webt Li ein komplexes soziales Geflecht, das die Lebenserfahrungen gewöhnlicher Menschen widerspiegelt, die darum kämpfen, große historische Veränderungen zu verarbeiten und sich ihnen anzupassen. Es kommen Arbeiter, Intellektuelle, Kommunisten, Nationalisten, Ausländer, Kompradoren, Ehefrauen, Konkubinen und Kinder zu Wort, die alle in dieser Stadt um Halt und Zuflucht kämpften und Zeugen von Spektakeln wurden, die so voller Farce und Pathos waren, dass sie nur als geheime Geschichten geflüstert werden konnten.