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Job, Boethius, and Epic Truth
Ann W. Astell stellt die gängige Annahme in Frage, dass das Mittelalter keine Sekundärepen hervorbrachte, und revidiert damit ein Schlüsselkapitel der Literaturgeschichte. Sie untersucht die Verbindungen zwischen dem Buch Hiob und Boethius' Trost der Philosophie - Texte, die in den Köpfen der mittelalterlichen Leser und Schriftsteller eng miteinander verbunden waren - und zeigt, dass diese beiden Werke der Tradition der Heldendichtung von der Antike über das Mittelalter bis in die Renaissance hinein als Leitfaden dienten. Astell zeichnet die komplexen Einflüsse klassischer und biblischer Texte auf die volkstümliche Literatur nach und bietet provokante Lesarten von Werken von Dante, Chaucer, Spenser, Malory, Milton und vielen anderen. Astell untersucht die Beziehung zwischen der historischen Rezeption des Epos und den nachfolgenden Nachahmungsformen und zeigt, wie Boethius' Trost und die Bibelkommentare des Johannes die allegorische Behandlung der epischen Wahrheit in den Gedichten von Homer und Vergil widerspiegeln, und wie wiederum viele als Romantik klassifizierte Werke Hiob und Boethius zum Vorbild haben. Sie untersucht die Einflüsse von Hiob und Boethius auf die hagiographische Romantik, wie sie in den Geschichten von Eustachius, Custanz und Griselda zum Ausdruck kommen.
Über die Liebesromane von Abelard und Heloise, Dante und Beatrice und Troilus und Criseyde.
Und über die ritterlichen Romanzen von Martin von Tours, Galahad, Lancelot und Redcrosse. Schließlich erkundet sie eine enzyklopädische Reihe von Interpretationen von Hiob und Boethius in Miltons Paradise Lost, Paradise Regained und Samson Agonistes.