Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 338 Stimmen.
I Will Bear Witness, Volume 1: A Diary of the Nazi Years: 1933-1941
Die Veröffentlichung der geheimen Tagebücher von Victor Klemperer bringt eines der außergewöhnlichsten Dokumente der Nazizeit ans Licht. "In seinem kühlen, klaren Stil und seiner Beobachtungsgabe", so die New York Times, "ist es die am besten geschriebene, anschaulichste und aufmerksamste Aufzeichnung des täglichen Lebens im Dritten Reich." I Will Bear Witness ist sowohl ein literarisches Werk als auch eine Offenbarung des alltäglichen Grauens der Nazi-Jahre.
Als Dresdner Jude, Veteran des Ersten Weltkriegs, Literat und Historiker von großem Format erkannte Klemperer die Gefahr, die von Hitler ausging, bereits 1933. Seine Tagebücher, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit geschrieben wurden, geben einen lebendigen Einblick in das Alltagsleben in Hitlerdeutschland.
Was dieses Buch neben seiner literarischen Besonderheit so bemerkenswert macht, ist Klemperers Beschäftigung mit dem Denken und Handeln der einfachen Deutschen: Berger, der Gemüsehändler, dem Klemperer sein Haus geschenkt hat ("Anti-Hitlerist, aber natürlich erfreut über den guten Tausch"), der Fischhändler, der Bäcker, der vielbesuchte Zahnarzt. Sie alle äußern ihre Gedanken und Theorien über den Fortgang des Krieges: Wird England durchhalten? Wer hört auf Goebbels? Wie lange wird er noch andauern?
Diese Symphonie der Stimmen wird von dem brillanten, grummelnden Klemperer angeordnet, der darum kämpft, seine Arbeit über das Frankreich des 18. Jahrhunderts zu vollenden und gleichzeitig den immer enger werdenden Griff der Nazis zu dokumentieren. Er verliert erst seine Professur, dann sein Auto, sein Telefon, sein Haus und sogar seine Schreibmaschine und ist gezwungen, in ein Judenhaus zu ziehen (der letzte Schritt vor den Lagern), seine Katze zu töten (Juden dürfen keine Haustiere halten) und unzählige andere Demütigungen zu ertragen.
Trotz der Gefahr, die seine Tagebücher darstellen würden, wenn sie entdeckt würden, sieht Klemperer es als seine Pflicht an, die Ereignisse festzuhalten. "Ich schreibe weiter", notiert er 1941 nach einem schrecklichen Zusammenstoß mit der Polizei. "Das ist meine Heldentat. Ich will Zeugnis ablegen, genaues Zeugnis, bis zum Ende." Als ein Nachbar bemerkt, dass Klemperer in seiner Isolation nicht in der Lage sein wird, über die wichtigsten Ereignisse des Krieges zu berichten, schreibt er: "Nicht die großen Dinge sind wichtig, sondern der Alltag der Tyrannei, der vergessen werden kann. Tausend Mückenstiche sind schlimmer als ein Schlag auf den Kopf. Ich beobachte, ich notiere, die Mückenstiche.".
Dieses Buch umfasst die Jahre von 1933 bis 1941. Band zwei, von 1941 bis 1945, wird 1999 erscheinen.