Bewertung:

Das Buch ist eine gut geschriebene und aufschlussreiche Erkundung von Geschlechterfragen in Korea, die historische Kontexte wie Kolonialismus und Moderne erörtert, und es bleibt auch für aktuelle Diskussionen in der Geschlechterforschung relevant.
Vorteile:Gut geschrieben, aufschlussreicher Inhalt, relevante Diskussionen über Geschlecht und Geschichte, überraschend gut gealtert, geeignet für Wissenschaftler und Kurse in Geschlechterstudien.
Nachteile:Einige Leser könnten die Diskussionen als veraltet empfinden, da das Buch hauptsächlich Mitte der 1990er Jahre geschrieben wurde.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Under Construction
Seit den späten 1960er Jahren wurde das Leben der Südkoreaner auf dem sich wandelnden Boden der Urbanisierung, der Industrialisierung, des militärischen Autoritarismus, der demokratischen Reformen und der sozialen Liberalisierung rekonstruiert. Klassen- und Geschlechtsidentitäten haben sich im Zusammenhang mit einer sich wandelnden Moderne und neuen Definitionen von Heim und Familie, Arbeit und Freizeit, Mann und Frau verändert.
Under Construction bietet ein aufschlussreiches Porträt der Südkoreaner in den 1990er Jahren - einem Jahrzehnt, das die Rückkehr zur Zivilregierung, eine Lockerung der Zensur und der sozialen Kontrolle sowie das Aufkommen einer ausgeprägten Konsumkultur mit sich brachte. Es wird gezeigt, wie sich diese Veränderungen auf das Leben koreanischer Männer und Frauen auswirkten und die Definition dessen, was es bedeutet, in Korea männlich und weiblich zu sein, veränderten. In einer Reihe von provokanten Aufsätzen koreanischer und westlicher Wissenschaftler wird gezeigt, wie koreanische Frauen und Männer sich aktiv mit den Grenzen des Geschlechts auseinandersetzen und diese bisweilen auch offen anfechten.
Under Construction ist Teil einer entscheidenden Wende in der Anthropologie der Geschlechter - von der frühen Suche nach den Ursachen der weiblichen Unterordnung hin zu einer fein abgestimmten Analyse der historischen, kulturellen und klassenbedingten Besonderheiten der Geschlechterbeziehungen und der Spannung zwischen Geschlecht als ideologischem Konstrukt und als gelebter Erfahrung. Dieser lange erwartete Band ist fest in der politischen und wirtschaftlichen Geschichte Südkoreas verankert und füllt eine wichtige Lücke in den Koreanistik- und Ostasien-Gender-Studies in englischer Sprache.
Mitwirkende: Nancy Abelmann, Cho Haejoang, Roger L. Janelli, Laurel Kendall, June Lee, So-Hee Lee, Seungsook Moon, Dawnhee Yim.