Bewertung:

Das Buch ist eine wissenschaftliche Erkundung der „Ruinologie“ und bietet tiefe Einblicke in die Verlassenheit und den Verfall, aber es mag diejenigen nicht zufriedenstellen, die eine eher visuelle oder beiläufige Leseerfahrung suchen.
Vorteile:⬤ Bietet eine grundlegende akademische Perspektive auf die Erforschung von Ruinen
⬤ sehr empfehlenswert für diejenigen, die sich mit Kulturgeographie oder städtischer Verfallsforschung beschäftigen
⬤ von einigen Rezensenten als aufschlussreich und informativ beschrieben.
⬤ Es mangelt an visuellem Inhalt und Struktur, wird oft als abschweifend empfunden
⬤ könnte bei Lesern, die Industrieanthropologie oder einen nicht-akademischen Ansatz erwarten, keinen Anklang finden
⬤ manche finden es überteuert und enttäuschend.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
Industrial Ruins: Space, Aesthetics and Materiality
In den westlichen Städten ist man zunehmend besessen davon, gepflegte Landschaften zu schaffen. Im Gegensatz zu diesen ästhetisch und sozial regulierten Räumen stehen die vernachlässigten Orte der Industrieruinen, Orte am Rande, die Raum für transgressive und spielerische Aktivitäten bieten.
Ruinen bieten eine andere Ästhetik als die überkodierten, überdesignten Räume der Stadt, sie evozieren eine Ästhetik der Unordnung, der Überraschung und der Sinnlichkeit, bieten geisterhafte Einblicke in die Vergangenheit und eine taktile Begegnung mit Raum und Materialität. Tim Edensor weist auf die Gefahr hin, dass solche stimmungsvollen Orte durch eine Politik, die homogene Neubauten bevorzugt, ausgelöscht werden. Gerade ihr fragmentarischer Charakter und das Fehlen einer festen Bedeutung verleihen Ruinen eine große Bedeutung.
Sie lassen die Grenzen zwischen Stadt und Land, Vergangenheit und Gegenwart verschwimmen und sind eng mit Erinnerungen, Sehnsüchten und einem Gefühl für den Ort verbunden. Dieses Buch, das durchgängig beeindruckend illustriert ist, feiert Industrieruinen und zeigt, was sie uns über uns selbst und unsere Vergangenheit erzählen können.