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Islam and Gender: The Religious Debate in Contemporary Iran
Nach der islamischen Revolution von 1979 und der Wiedereinführung des Sharica-Gesetzes in Bezug auf Geschlecht und Familie erlitten die Rechte der Frauen im Iran einen schweren Rückschlag.
Da sich die Verantwortlichen für die Umsetzung des Gesetzes jedoch mit der sozialen Realität des Lebens und der Wünsche der Frauen auseinandergesetzt haben, kam es allmählich zu positiven Veränderungen. Ziba Mir-Hosseini führt uns in diesem Buch in den Mittelpunkt der wachsenden Debatten über die Art und Weise, wie Gerechtigkeit für Frauen erreicht werden soll.
Anhand einer Reihe lebhafter Interviews mit Geistlichen im iranischen religiösen Zentrum Qom versucht sie, die unterschiedlichen Vorstellungen von Geschlecht zu verstehen, die der islamischen Rechtsprechung zugrunde liegen, und zu untersuchen, wie Geistliche diese Vorstellungen heute aufrechterhalten und verändern. Mir-Hosseini stellt drei Hauptansätze zu diesem Thema fest: das Beharren auf "traditionellen" patriarchalischen Auslegungen, die auf "Komplementarität", aber "Ungleichheit" zwischen Frauen und Männern beruhen; Versuche, "Ausgewogenheit" in die traditionellen Auslegungen einzuführen; oder ein radikales Überdenken der rechtswissenschaftlichen Konstruktionen von Geschlecht. Sie führt in die Debatten zwischen den Kommentatoren ein, indem sie Schlüsselpassagen in schriftlichen und mündlichen Texten untersucht und ihre Begegnungen und Diskussionen mit den Autoren schildert.
Das Buch ist in seiner Herangehensweise und seinem Gegenstand einzigartig, da es Mir-Hosseinis Engagement als muslimische Frau und Sozialanthropologin, die im Westen ausgebildet wurde und arbeitet, mit schiitischen muslimischen Denkern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten in Beziehung setzt. In der Literatur über Frauen im Islam gibt es keinen Bericht über eine solche persönliche Begegnung, weder zwischen Religion und Geschlechterpolitik noch zwischen den beiden Geschlechtern.