Bewertung:

Das Buch ist eine wissenschaftliche Untersuchung der Rolle der Frau im Islam, die patriarchalische Interpretationen in Frage stellt und gleichzeitig versucht, koranische Prinzipien zu ehren. Es wurde sowohl als aufschlussreich als auch als kontrovers aufgenommen, wobei die Meinungen über die Interpretationen und Argumente des Buches gemischt sind.
Vorteile:Das Buch wird als interessant und anregend beschrieben, da es evidenzbasierte Diskussionen bietet und das gelernte Patriarchat im Islam in Frage stellt. Es hebt die Würde und den Respekt hervor, die Frauen, Männern und anderen Gruppen im Islam entgegengebracht werden, und repräsentiert eine wachsende Bewegung, die sich für die Rechte der Frauen im Einklang mit den islamischen Lehren einsetzt.
Nachteile:Einige Leser sind der Meinung, dass das Buch Texte selektiv auslegt und einen revisionistischen Standpunkt vertritt. Kritiker argumentieren, dass es historische Zusammenhänge außer Acht lässt und Fragen zu männlicher Führung und Geschlechterrollen in der islamischen Tradition nicht angemessen behandelt. Es wird befürchtet, dass die politischen Beweggründe der Autoren die religiösen Zusammenhänge überschatten.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Men in Charge?: Rethinking Authority in Muslim Legal Tradition
Sowohl Muslime als auch Nicht-Muslime sind der Ansicht, dass Frauen in den meisten muslimischen Ländern sozial, wirtschaftlich und politisch diskriminiert werden und von Gesetz und Gesellschaft als Bürger zweiter Klasse behandelt werden, die der männlichen Autorität unterworfen sind. Diese Diskriminierung wird dem Islam und dem islamischen Recht zugeschrieben, und seit dem späten 19. Jahrhundert gibt es eine Fülle von Literatur, die sich mit diesem Thema befasst.
In jüngster Zeit hat eine aufregende neue feministische Forschung die Geschlechterdiskriminierung und die männliche Autorität innerhalb der islamischen Rechtstradition in Frage gestellt: Dieses Buch stellt einige wichtige Ergebnisse dieser Forschung vor. Die Autorinnen setzen sich kritisch mit zwei zentralen juristischen Konzepten auseinander, die im Koran verwurzelt sind und die Grundlage für diese Diskriminierung bilden. Das eine bezieht sich auf die Autorität des Ehemannes gegenüber seiner Frau, seine finanzielle Verantwortung ihr gegenüber sowie seinen höheren Status und seine Rechte. Der andere ist das Recht und die Pflicht der männlichen Familienmitglieder, über die weiblichen Mitglieder zu wachen (z. B. Väter über Töchter beim Abschluss von Eheverträgen) und die Bevorzugung von Vätern gegenüber Müttern bei der Vormundschaft über ihre Kinder.
Zu den Beitragenden, die von der weltweiten Musawah-Bewegung für Gleichheit und Gerechtigkeit in der muslimischen Familie zusammengebracht wurden, gehören Omaima Abou-Bakr, Asma Lamrabet, Ayesha Chaudhry, Sa'diyya Shaikh, Lynn Welchman, Marwa Sharefeldin, Lena Larsen und Amina Wadud.