Bewertung:

Das Buch präsentiert eine herausfordernde Sicht der islamischen Geschichte und argumentiert gegen die konventionelle liberale Darstellung, die Muslime oft als Opfer und den Westen als Aggressor darstellt. Es betont die Komplexität der historischen Beziehungen und die dem Islam innewohnenden imperialistischen Aspekte. Während es von einigen für seinen Einblick und seine detaillierten Argumente gelobt wurde, wurde es auch als fehleranfällig und propagandistisch kritisiert, was zu einer geteilten Aufnahme unter den Lesern führte.
Vorteile:⬤ Aufschlussreicher Inhalt
⬤ stellt konventionelle Erzählungen über die islamische Geschichte in Frage
⬤ gründliche Argumentation
⬤ unverzichtbare Lektüre für alle, die sich für die Politik des Nahen Ostens interessieren
⬤ wird als Meisterwerk eines angesehenen Historikers gelobt.
⬤ Dicht gedruckt und unangenehm zu lesen im Taschenbuch
⬤ einige Leser fanden es voller Fehler und Propaganda
⬤ Behauptungen könnten die Komplexität der islamischen Geschichte und die Auswirkungen westlicher Interventionen zu sehr vereinfachen und übersehen
⬤ versäumt es, verschiedene historische Kontexte vollständig zu berücksichtigen oder einzubeziehen.
(basierend auf 6 Leserbewertungen)
Islamic Imperialism: A History
Eine grundlegende Herausforderung für unser Verständnis der Geschichte des Nahen Ostens und der Rolle des Islam in der Region
Vom ersten arabisch-islamischen Reich in der Mitte des siebten Jahrhunderts bis zu den Osmanen, dem letzten großen muslimischen Reich, ist die Geschichte des Nahen Ostens die Geschichte vom Aufstieg und Fall universeller Imperien und, nicht weniger wichtig, von imperialistischen Träumen. So argumentiert Efraim Karsh in diesem höchst provokanten Buch. Karsh lehnt die herkömmliche westliche Interpretation der Geschichte des Nahen Ostens als Ableger globaler Machtpolitik ab und behauptet, dass die Erfahrung der Region der Höhepunkt seit langem bestehender einheimischer Trends, Leidenschaften und Verhaltensmuster ist, und dass unter diesen die tausendjährige imperiale Tradition des Islams an erster Stelle steht.
Der Autor untersucht die Geschichte des islamischen Imperialismus und das Fortbestehen des osmanischen imperialistischen Traums, der den Ersten Weltkrieg überdauerte und die islamische und nahöstliche Politik bis in die Gegenwart verfolgt. Der 11. September kann lediglich als jüngster Ausdruck dieses Traums angesehen werden, und solche Anschläge haben wenig mit dem internationalen Verhalten der USA oder ihrer Politik im Nahen Osten zu tun, meint Karsh. Das Streben des islamischen Hauses nach der Weltherrschaft hat Tradition, ja ist ehrwürdig, und es ist ein Streben, das noch lange nicht zu Ende ist.