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Empires of the Sand: The Struggle for Mastery in the Middle East, 1789-1923
Empires of the Sand bietet eine kühne und umfassende Neuinterpretation des Kampfes um die Vorherrschaft im Nahen Osten während des langen neunzehnten Jahrhunderts (1789-1923). Dieses Buch spricht dem westlichen Imperialismus die Vorrangstellung bei der Umstrukturierung der Region ab und weist den regionalen Mächten die gleiche Verantwortung zu. Die Autoren weisen die Sichtweise zurück, dass die moderne Geschichte des Nahen Ostens ein Ableger der globalen Machtpolitik ist, und argumentieren, dass der Hauptimpuls für die Entwicklungen dieser bedeutsamen Periode von den lokalen Akteuren ausging.
Sowohl die osmanischen als auch die westlichen imperialen Mächte sind in einen heiklen Balanceakt aus Manipulation und Intrigen verwickelt, bei dem sie versuchten, die regionalen und globalen Angelegenheiten zu ihrem größten Vorteil zu nutzen. Gestützt auf eine Fülle von Archivquellen widerlegen die Autoren die gängige Meinung, dass Europa für die Zerstörung des Osmanischen Reiches und der politischen Einheit der Region verantwortlich war. Stattdessen zeigen sie, wie die Haschemiten eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der heutigen Grenzen des Nahen Ostens und bei der Beschleunigung des Zusammenbruchs der osmanischen Herrschaft spielten. Ebenso hatten die lokalen Staaten und Regime wenig Skrupel, Unterstützung und Schutz von den "ungläubigen" Mächten zu suchen, die sie verunglimpft hatten, wann immer ihre Interessen es erforderten.
Karsh und Karsh sehen eher ein Muster pragmatischer Zusammenarbeit und Konflikte zwischen dem Nahen Osten und dem Westen in den letzten zwei Jahrhunderten als einen "Kampf der Kulturen". Eine solche Sichtweise bietet gewagte neue Möglichkeiten, die Vergangenheit des Nahen Ostens und seine unbeständige Gegenwart zu betrachten.