Bewertung:

Das Buch bietet eine aufschlussreiche und kritische Auseinandersetzung mit modernen Produktivitätskonzepten und ihren Auswirkungen, insbesondere in Bezug auf die Dynamik am Arbeitsplatz und die individuelle Kontrolle der Produktivität. Obwohl es gut recherchiert ist und zum Nachdenken anregt, fehlt es an umsetzbaren Lösungen für Leser, die ihre Erkenntnisse praktisch anwenden wollen.
Vorteile:Aufschlussreich und gut recherchiert, zugänglicher akademischer Blick auf die Produktivität, interessante Parallelen zwischen häuslicher Arbeit und dem modernen Produktivitätsdiskurs.
Nachteile:Wenig praktische Lösungen, schwache Fallstudien, und einige Vorschläge werden als nebulös oder nicht überzeugend angesehen.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Counterproductive: Time Management in the Knowledge Economy
Warum ist Produktivität angesichts der zunehmenden Ablenkung durch das Internet zu einem so wichtigen Beweis für persönliche und berufliche Kompetenz geworden? Wie verschärft die Technologie die Forderung nach immer größerer Produktivität, wenn die Unternehmensgewinne in die Höhe schnellen, die Löhne der Arbeitnehmer aber stagnieren? In „Kontraproduktiv“ untersucht Melissa Gregg, wie die Produktivität als Denkweise über die Arbeitsleistung um die Jahrhundertwende entstand und warum sie in den verschiedenen Arbeitswelten von heute nach wie vor im Vordergrund steht.
Anhand von historischem und archivarischem Material sowie populären Selbsthilfe-Ratgebern - von Haushaltshandbüchern bis hin zu Bootstrapping-Gurus und dem wachsenden Interesse an Produktivitäts- und Achtsamkeitssoftware - zeigt Gregg, wie der Fokus auf Produktivität die Arbeitnehmer voneinander isoliert und ihre kollektiven Bemühungen um die Festlegung von Arbeitsgrenzen zunichte macht. Greggs neuartige Analyse stellt unseren Glauben an die Produktivität als ultimatives Maß für den Erfolg in Frage und zeigt die Vergeblichkeit, Sinnlosigkeit und Gefahr der Suche nach Zeitmanagement als Heilmittel für den immer aktiven Arbeitsplatz.