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Body, Soul, and Bioethics
In diesem Buch untersucht der bekannte Theologe und Ethiker Gilbert C. Meilaender, wie sich das Gebiet der Bioethik im letzten Vierteljahrhundert entwickelt hat, und überdenkt einige seiner zentralen Konzepte und Argumente.
Da die bioethische Literatur in den letzten drei Jahrzehnten immer weniger von religiösen und theologischen Anliegen beeinflusst wurde, ist es Meilaenders besonderes Anliegen, die Bedeutung der theologischen Reflexion für die aktuellen Debatten in der Bioethik aufzudecken und neu zu erfassen. Meilaender weist darauf hin, dass die Entwicklung der Bioethik als eigenständige Disziplin nicht ganz unproblematisch war. Er argumentiert, dass die zunehmende Konzentration auf die öffentliche Politik die Bedeutung von Hintergrundüberzeugungen über die menschliche Natur und das Schicksal verdunkelt hat und dass man ohne die Beachtung dieser Überzeugungen nicht vollständig erkennen kann, was in vielen bioethischen Debatten auf dem Spiel steht.
Anstatt einen Minimalkonsens anzustreben, untersucht Meilaender die ethischen Probleme rund um das Ende und den Beginn des Lebens, um die Seele - also einige der tieferen Fragen der Bioethik, die unserer Aufmerksamkeit bedürfen - aufzudecken. Das Thema Abtreibung, das so oft unter der Oberfläche bioethischer Argumente lauert, wird im letzten Kapitel diskutiert.
Im gesamten Buch betont Meilaender die Seele all dieser Themen - die Frage, wer wir sind und was wir werden können - und schlägt vor, dass die Rückbesinnung auf diese Seele uns zu einer neuen Wertschätzung des lebendigen Körpers als Ort der persönlichen Präsenz führen wird. Ethiker, Theologen und Bioethiker werden es zu schätzen wissen, dass Body, Soul, and Bioethics die bioethische Diskussion von ihrem derzeitigen Fokus auf die öffentliche Politik zurück auf Fragen von metaphysischer und religiöser Bedeutung lenkt.