Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 3 Stimmen.
Not by Nature but by Grace: Forming Families through Adoption
Ausgehend von den Konturen des christlichen Glaubens untersucht dieses Buch die Beziehung zwischen zwei Arten der Familienbildung - durch die Natur (durch Fortpflanzung) und durch die Geschichte (durch Adoption). Christen ehren die biologische Verbindung zwischen Eltern und Kindern, denn sie ist das Werk Gottes in der Schöpfung.
Dennoch dürfen Christen nicht vergessen, dass die Adoption und nicht nur die natürliche Abstammung im Mittelpunkt der Darstellung der Gnade Gottes im Neuen Testament steht. Gilbert Meilaender greift eine Reihe von Fragen auf, die durch die Praxis der Adoption aufgeworfen werden, wobei er stets bemüht ist, sowohl der Natur als auch der Geschichte bei der Bildung von Familien gerecht zu werden, während er im Zentrum unserer Sichtweise die Wahrheit festhält, dass wir nicht durch die Natur, sondern durch die Gnade zu adoptierten Kindern desjenigen werden können, den Jesus seinen Vater nannte. Meilaender beginnt mit Überlegungen zum rätselhaften Verhältnis von Natur und Geschichte bei der Bildung von Familien und fährt fort, die Bedeutung von huiothesia zu entschlüsseln, dem Wort, das im Neuen Testament verwendet wird, um die Gnade zu benennen, durch die ein Nachfolger Jesu ein angenommenes Kind Gottes wird.
Diese Perspektive wird auf eine Reihe von Fragen angewandt, die regelmäßig in christlich-theologischen Diskussionen über Adoption auftauchen: Ist Adoption nur etwas für Unfruchtbare? Sollten Alleinstehende adoptieren? Ist es ratsam, Adoptionen über Rassen- oder Landesgrenzen hinweg zu vollziehen? Besonderes Augenmerk wird auf die Beziehung zwischen Adoption und neuen Reproduktionstechnologien sowie auf die so genannte "Embryoadoption" gelegt.
Zwischen den Kapiteln sind Briefe des Autors an seinen eigenen Adoptivsohn eingestreut. Nimmt man jedoch die Argumentation des Buches ernst, so sind diese Briefe nicht an jemanden geschrieben, der in eine besondere Kategorie von "Adoptivsohn oder -tochter" fällt, sondern an jemanden, der schlicht und einfach ein Sohn oder eine Tochter ist.