Bewertung:

Das Buch bietet eine formalistische Interpretation der Fotografie und enthält kritische Schriften, die sich mit komplexen philosophischen Fragen der Kunst befassen. Obwohl es für seinen Tiefgang und seine Einblicke in bestimmte Künstler und Bewegungen gelobt wird, mag es aufgrund seines trockenen Stils und seiner engen Perspektive nicht jeden ansprechen.
Vorteile:Eingehende Erforschung von Fotografie und Kunstbewegungen, wertvolle Einblicke zum Verständnis der jeweiligen Zeit, gut informierte Essays über Künstler wie Pollock und Stella.
Nachteile:Trockener und pedantischer Schreibstil, spricht möglicherweise nur diejenigen an, die sich für Formalismus interessieren, die Auswahl der Essays ist möglicherweise voreingenommen gegenüber Frieds Ansichten.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Art and Objecthood: Essays and Reviews
Michael Frieds vielbeachtete und höchst umstrittene Kunstkritik definiert die Konturen der späten Moderne in der bildenden Kunst. Dieser Band enthält siebenundzwanzig Beiträge, darunter die einflussreiche Einleitung zum Katalog für Three American Painters, den Text seines Buches Morris Louis und das berühmte "Art and Objecthood". Sie wurden ursprünglich zwischen 1962 und 1977 veröffentlicht und sorgen auch heute noch für Diskussionen. Es sind kompromisslose, spannende und leidenschaftliche Schriften, die sich ihrer transformativen Kraft in einer Zeit intensiver Kontroversen über das Wesen der Moderne und die Ziele und das Wesen fortschrittlicher Malerei und Skulptur bewusst sind.
Diese Schriften, die von kurzen Rezensionen bis hin zu ausführlichen Essays reichen und wichtige Kritiken zu Jackson Pollock, Morris Louis, Kenneth Noland, Jules Olitski, Frank Stella und Anthony Caro enthalten, legen eine Reihe von Grundbegriffen für das Verständnis von Schlüsselfragen der Hochmoderne fest: die Tragfähigkeit von Clement Greenbergs Darstellung der Infralogik der Moderne, den Status der Figuration nach Pollock, die zentrale Bedeutung des Problems der Form, das Wesen der bildlichen und skulpturalen Abstraktion und die Beziehung zwischen Werk und Betrachter. In einer Reihe von Aufsätzen stellt Fried das Unternehmen der Moderne der minimalistischen oder buchstabengetreuen Kunst gegenüber und vertritt die bis heute provokante Position, dass der Minimalismus im Wesentlichen ein Genre des Theaters ist und sich daher künstlerisch selbst entlarvt.
Für diesen Band hat Fried auch einen ausführlichen einleitenden Essay verfasst, in dem er erörtert, wie er Kunstkritiker wurde, seine Intentionen in seiner Kunstkritik verdeutlicht und entscheidende Unterschiede zwischen seiner Kunstkritik und der Kunstgeschichte, die er später schrieb, herausarbeitet. Das Ergebnis ist ein Buch, das für jeden, der sich mit der Malerei und Skulptur der Moderne und der Aufgabe der Kunstkritik in unserer Zeit beschäftigt, einfach unverzichtbar ist.