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Masculinity and Power in Irish Nationalism, 1884-1938
Dieses Buch ist eine vergleichende Studie über Männlichkeit und weiße rassische Identität im irischen Nationalismus und im Zionismus. Es analysiert, wie beide nationalen Bewegungen versuchten, weit verbreitete anti-irische oder anti-jüdische Stereotypen zu widerlegen und ein stolzeres (und stark geschlechtsspezifisches) Bild ihrer jeweiligen Nationen zu schaffen.
Auf der Grundlage englisch-, irisch- und hebräischsprachiger Archivquellen zeichnet Aidan Beatty nach, wie männliche irische Nationalisten versuchten, sich als stolzes gälischsprachiges Volk neu zu erschaffen, das sowohl in seiner nationalen Vergangenheit als auch in den Räumen und dem landwirtschaftlichen Boden Irlands verwurzelt war. Einerseits war dies ein Versuch, die zeitgenössischen kolonialen Vorstellungen der Briten zu widerlegen, wonach sie ein rassisch minderwertiges oder unangenehm hybridisiertes Volk seien. Dies wird jedoch auch vor dem Hintergrund der allgemeinen Geschichte des europäischen Nationalismus dargestellt.
Nationalistische Bewegungen in ganz Europa entwarfen oft romantische Bilder der nationalen Vergangenheit, und der irische Nationalismus war somit gleichzeitig europäisch und postkolonial. Dies macht den irischen Nationalismus dem Zionismus ähnlich, einer Bewegung, die ein idealisiertes Bild der jüdischen Vergangenheit schaffen wollte, um die zeitgenössischen antisemitischen Stereotypen zu widerlegen.