
Mishpachah: The Jewish Family in Tradition and in Transition
Die Definitionen des Begriffs mishpachah im Wörterbuch scheinen einfach zu sein: "Eine jüdische Familie oder soziale Einheit, die enge und entfernte Verwandte - manchmal auch enge Freunde - umfasst". So zutreffend solche Definitionen auch sind, sie erfassen nicht die Vielfalt und Lebendigkeit echter jüdischer Familien aus Fleisch und Blut.
Familien sind Teil des jüdischen Lebens, solange es Juden gibt. Es ist nützlich, sich daran zu erinnern, dass die Familie der grundlegende narrative Baustein der Geschichten im biblischen Buch Genesis ist, die im Licht alter literarischer Traditionen, archäologischer Entdeckungen und rabbinischer Exegese interpretiert werden können. Auch die rabbinische Literatur ist voll von Diskussionen über die Interaktionen zwischen Eltern und Geschwistern, die sowohl boshaft als auch freundschaftlich sein können.
Manchmal sind die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern von Harmonie geprägt, genauso oft gibt es aber auch Konflikte. Die Rabbiner, die sich der Realitäten des Lebens stets bewusst sind, tadeln und beraten, so gut sie können.
In der modernen Zeit haben die sich verändernden Rollen von Männern und Frauen in der Gesellschaft insgesamt zu unterschiedlichen Erwartungen an ihre Rolle in der Familie beigetragen. Der relative Anstieg der Zahl der adoptierten Kinder, sowohl mit jüdischem als auch mit nichtjüdischem Hintergrund, und in jüngerer Zeit die sich verändernde Realität der assistierten Reproduktionstechnologien und die Möglichkeit des Klonens menschlicher Embryonen werfen wichtige moralische und theologische Fragen auf, die ernsthaft erwogen werden müssen.
In den in diesem Band versammelten Studien betrachten mehr als ein Dutzend Wissenschaftler die jüdische Familie in einer Vielzahl von sozialen, historischen, religiösen und geografischen Kontexten. Dabei untersuchen sie sowohl unterschiedliche als auch gemeinsame Merkmale in Vergangenheit und Gegenwart und zeichnen mögliche Wege für jüdische Familien in der Zukunft auf.