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Moral Foods: The Construction of Nutrition and Health in Modern Asia
Moralische Lebensmittel: Die Konstruktion von Ernährung und Gesundheit im modernen Asien untersucht, wie Lebensmittel als moralische Einheiten etabliert wurden, wie moralische Lebensmittelregime aufkommende Wissens- und Durchsetzungssysteme offenbaren und wie diese Entwicklungen zu neuen asiatischen Wissensregimen im Bereich der Ernährung beigetragen haben. Der Schwerpunkt des Sammelbandes auf kulturübergreifenden und transhistorischen Vergleichen innerhalb Asiens bringt ein breites Spektrum des modernen Asiens in den Blick, das sich von Ostasien über Südostasien bis nach Südasien sowie in globale Gemeinschaften westlichen Wissens, westlicher Praxis und Macht außerhalb Asiens erstreckt.
Der erste Abschnitt, "Gute Lebensmittel", befasst sich mit der Frage, wie sich Normen und Regeln für Lebensmittel im modernen Asien herausgebildet haben. Die Vorstellungen von guten Lebensmitteln und guten Körpern ändern sich zu verschiedenen Zeitpunkten, wobei in einigen Fällen lokale Lebensmittel und Wissenssysteme, in anderen Fällen fremde Lebensmittel und Wissenssysteme bevorzugt werden. Der zweite Abschnitt, "Schlechte Lebensmittel", befasst sich mit der Frage, was Lebensmittel schlecht und sogar gefährlich macht. Schlechte Lebensmittel sind nicht nur aus ästhetischen oder sensorischen Gründen unangenehm oder unerwünscht, sondern sie können die Stabilität und Entwicklung von Menschen und Gesellschaften behindern. Schlechte Lebensmittel sind symbolisch verunreinigend, wie z. B. ausländische Lebensmittel, die nicht nur die traditionellen Lebensmittel, sondern auch die Stabilität und Stärke der Nation und ihres Volkes bedrohen. Der dritte Abschnitt, "Moralische Lebensmittel", befasst sich mit der Frage, wie die Themen Gut und Böse in Projekte zur Schaffung moderner Personen, Subjekte und Staaten eingebettet sind, mit besonderem Augenmerk auf die Mehrdeutigkeit und Formbarkeit von Lebensmitteln und Gesundheit. Die Formbarkeit von moralischen Lebensmitteln bietet einzigartige Möglichkeiten, die dynamische Position asiatischer Gesellschaften innerhalb größerer globaler Ströme, Verbindungen und Abkopplungen zu verstehen.
Insgesamt werfen die Kapitel faszinierende Fragen darüber auf, wie Lebensmittel und die Körper, die sie konsumieren, politisch, wirtschaftlich, kulturell und moralisch bewertet werden und wie diese Werte entstanden sind und sich entwickelt haben. Die Verbraucher im modernen Asien essen nicht nur, um persönliche Wünsche oder physiologische Bedürfnisse zu befriedigen, sondern sie werden durch den Verzehr auch in nationale und globale Projekte der Meinungsbildung eingebunden. Beim Essen geht es also darum, sowohl die Person als auch die Nation zu stärken.