Bewertung:

Roopika Risams Buch „New Digital Worlds“ setzt sich kritisch mit den Auswirkungen des Kolonialismus auf die digitalen Geisteswissenschaften auseinander und plädiert für eine Entkolonialisierung und lokale Ansätze für digitales Wissen. Das Werk ist leicht zugänglich und dient als wertvolle Ressource für die Einführung in Konzepte der digitalen Geisteswissenschaften.
Vorteile:Das Buch ist gut geschrieben und fesselnd und macht komplexe Ideen zugänglich. Es füllt effektiv eine Lücke in der Wissenschaft hinsichtlich der Auswirkungen des Kolonialismus auf die digitalen Geisteswissenschaften und bietet praktische Fallstudien. Es unterstreicht die Bedeutung der Entkolonialisierung und lokaler Perspektiven in der digitalen Wissensproduktion.
Nachteile:Auch wenn das Buch wichtige Einblicke bietet, könnten einige Leser es als etwas beschränkt auf bestimmte theoretische Rahmenbedingungen empfinden, und es ist unklar, ob es breitere Implikationen über die akademische Welt hinaus anspricht.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
New Digital Worlds: Postcolonial Digital Humanities in Theory, Praxis, and Pedagogy
Das Aufkommen der digitalen Geisteswissenschaften wurde für ihr Engagement für Offenheit, Zugang und die Demokratisierung von Wissen gefeiert, wirft aber auch eine Reihe von Fragen über Auslassungen in Bezug auf Ethnie, Geschlecht, Sexualität, Behinderung und Nation auf. Postkoloniale digitale Geisteswissenschaften sind ein Ansatz zur Aufdeckung und Beseitigung von Ungleichheiten in der digitalen Wissensproduktion, die in eine Wissenspolitik des Informationszeitalters verwickelt ist.
New Digital Worlds zeichnet die Entstehung der postkolonialen Studien und der digitalen Geisteswissenschaften als Felder nach und zeigt auf, wie sie in die Wissensproduktion des digitalen Zeitalters eingreifen können. Roopika Risam untersucht die Rolle kolonialer Gewalt bei der Entwicklung digitaler Archive und die Möglichkeiten postkolonialer digitaler Archive, dieser Gewalt zu widerstehen.
Sie untersucht die kolonialen Dimensionen globaler Organisationen für digitale geisteswissenschaftliche Forschung und erforscht die Bemühungen, diese Institutionen zu dezentrieren, indem sie die lokalen Praktiken hervorhebt, die globalen Formationen untergeordnet sind, sowie pädagogische Ansätze, die diese Dezentrierung unterstützen. Schließlich befasst sich Risam mit der Zukunft des Menschen in den neuen digitalen Welten, indem sie untersucht, wie Algorithmen und Software zur Verarbeitung natürlicher Sprache, die in Projekten der digitalen Geisteswissenschaften eingesetzt werden, universalistische Vorstellungen vom „Menschen“ hervorbringen und wie man sich diesem Phänomen widersetzen kann.