Bewertung:

Das Buch erhielt gemischte Kritiken: Einige Leserinnen und Leser fanden es für akademische Diskussionen über Geschlechterstudien wertvoll, während andere die Komplexität und die jargonlastige Prosa bemängelten, die es schwer verständlich mache.
Vorteile:Nach einer anfänglichen Eingewöhnungsphase bietet das Buch unterhaltsame und aufschlussreiche Inhalte. Es wird als wichtige Ergänzung zur Geschlechterforschung angesehen und kann dazu beitragen, Diskussionen über Sexualität und Kultur zu erleichtern.
Nachteile:Die Lektüre des Buches wird als sehr anstrengend empfunden, da es mit seinem Fachjargon und den langen Sätzen zu einer kognitiven Überforderung führt. Leser haben geäußert, dass es nicht für Gelegenheitsleser oder Personen, die mit der Materie nicht vertraut sind, geeignet ist.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Orgasmology
Trotz ihrer viel gepriesenen Aufmerksamkeit für Sexualität hat die Queer-Theorie relativ wenig über Sex, die materiellen und psychischen Praktiken, durch die erotische Befriedigung gesucht wird, zu sagen gehabt. In ihrem Buch Orgasmology macht Annamarie Jagose den Orgasmus zum Gegenstand ihrer queeren Forschung. Vom simultanen bis zum vorgetäuschten Orgasmus, von der medizinischen Bildgebung bis zur pornografischen Visualisierung, von der unpersönlichen sexuellen Öffentlichkeit bis zur häuslichen erotischen Intimität zeichnet Jagose den Werdegang des Orgasmus durch das 20.
Jahrhunderts nach. Dabei untersucht sie Ehe-Handbücher aus den 1920er und 1930er Jahren, die heterosexuellen Paaren beibringen sollten, wie sie zu simultanen Orgasmen kommen können; sie liefert eine queere Lesart der Verhaltensmodifikationspraktiken der 1960er und 1970er Jahre, die darauf abzielten, schwule Männer in Heterosexuelle zu verwandeln; und sie zeigt, wie Darstellungen des Orgasmus die Vorstellungen von Sexualität und sexueller Identität geprägt haben.
Als selbstbewusste und oft kontraintuitive Auseinandersetzung mit feministischen und queeren Traditionen des kritischen Denkens bietet die Orgasmologie nicht nur neue Perspektiven auf Sex, sexuelle Orientierung und die Geschichte der Sexualität, sondern auch auf Handlungsfähigkeit, Ethik, Intimität, Modernität, Selbstsein und Sozialität. Als moderne Subjekte nehmen wir an, dass wir bereits alles über den Orgasmus wissen, was es zu wissen gibt. Dieses elegant argumentierende Buch zeigt, dass wir vom Orgasmus noch viel lernen können.