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Pilgrims Until We Die: Unending Pilgrimage in Shikoku
Die Shikoku-Pilgerreise, ein 1400 Kilometer langer, achtundachtzig Tempel umfassender Rundweg um Japans viertgrößte Insel, dauert zu Fuß etwa vierzig Tage, mit dem Auto eine Woche. In der Vergangenheit haben buddhistische Asketen diese Strecke ohne Unterlass zurückgelegt und damit eine Tradition des unendlichen Pilgerns geschaffen, die bis in die heutige Zeit fortbesteht, und zwar sowohl von Pilgern zu Fuß als auch von anderen in Autos.
Einige verbringen Jahrzehnte damit, den Pilgerweg zu Fuß zu gehen, während andere ihn immer wieder zurücklegen und dabei Hunderte von Pilgerrouten absolvieren. Die meisten sind im Ruhestand und machen die Pilgerreise zum Mittelpunkt ihres Lebens nach der Arbeit. Andere, die Vollzeit arbeiten, verbringen ihre Ferien und Wochenenden als Pilger.
Einige sind erst wenige Male gepilgert, stellen sich aber bereits als Pilger ohne Ende vor und haben vor, "bis zu unserem Tod" zu pilgern. Sie sprechen gerne davon, süchtig zu sein und Shikokuby?, die "Shikoku-Krankheit", zu haben, und stellen diese "Krankheit" und Sucht als Segen dar.
Diese Studie über Japans berühmteste buddhistische Pilgerfahrt, die sich auf umfangreiche Feldforschung und Interviews stützt, präsentiert neue theoretische Perspektiven auf das Pilgern im Allgemeinen sowie reichhaltige ethnografische Beispiele für Pilgerpraktiken im heutigen Japan. Pilgrims Until We Die konterkariert die normative Darstellung des Pilgerns als eine vorübergehende Aktivität, die durch eine vorübergehende Abwesenheit von zu Hause definiert ist, um heilige Orte außerhalb der Parameter des Alltags zu besuchen, und zeigt, dass viele Teilnehmer das Pilgern als eine Möglichkeit betrachten, unterwegs ein Gefühl von Heimat und Beständigkeit zu schaffen.
Die Studie Pilgrims Until We Die untersucht, wie Besessenheit, Hingabe und ein Gefühl der Abhängigkeit, das durch moderne Entwicklungen und wirtschaftliche Faktoren begünstigt wird, eine Kultur des wiederkehrenden Pilgerns hervorgebracht haben, und stellt das übliche Verständnis von Pilgern in Frage.