Bewertung:

Das Buch bietet eine umfassende Erkundung der Shikoku-Pilgerreise und geht dabei auf ihre historische, kulturelle und persönliche Bedeutung ein. Es umfasst verschiedene Perspektiven von Pilgern und Einheimischen gleichermaßen und präsentiert eine gründliche akademische und dennoch fesselnde Erzählung. Obwohl es gut recherchiert und detailliert ist, finden einige Leser, dass es wissenschaftlicher ist als erwartet und praktische Anleitungen für diejenigen, die die Pilgerreise planen, fehlen.
Vorteile:⬤ Umfassende und detaillierte Untersuchung der Shikoku-Pilgerreise
⬤ enthält mehrere Perspektiven von Einheimischen, Pilgern und Tempelpriestern
⬤ gut geschrieben und fesselnd
⬤ wertvolle Anhänge und Fotos
⬤ sowohl für Wissenschaftler als auch für allgemeine Leser geeignet.
⬤ Kein praktischer Leitfaden für die Planung der Pilgerreise
⬤ könnte für Leser, die persönliche Berichte oder praktische Ratschläge suchen, zu forschungsorientiert sein
⬤ manche könnten den akademischen Ton als abschreckend empfinden.
(basierend auf 8 Leserbewertungen)
Making Pilgrimages: Meaning and Practice in Shikoku
Diese Studie befasst sich mit einer vierzehnhundert Kilometer langen Pilgerreise um Japans viertgrößte Insel, Shikoku. Bei der Umrundung der achtundachtzig buddhistischen Tempel, aus denen die Route besteht, machen die Pilger ihre Reise zusammen mit K b Daishi (774-835), der heiligen wundertätigen Figur, die im Mittelpunkt der Pilgerreise steht.
Einst wurde die Pilgerfahrt als eine Randerscheinung betrachtet, doch seit sie in den Medien als Symbol des japanischen Kulturerbes dargestellt wird, hat sich die Zahl der Teilnehmer aus dem In- und Ausland stark erhöht. In diesem fesselnden Buch über das Wesen der Pilgerfahrt untersucht Ian Reader die zeitgenössischen Praktiken und den Glauben im Kontext der historischen Entwicklung, wobei er theoretische Überlegungen über die Pilgerfahrt als eine Form der Aktivität berücksichtigt und aufzeigt, wie sich Pilgerfahrten wie die nach Shikoku im Laufe der Jahrhunderte verändern können.
Dieses reichhaltige ethnografische Werk deckt ein breites Spektrum von Pilgeraktivitäten und -verhalten ab, indem es sowohl Berichte von Pilgern, die auf traditionelle Weise zu Fuß unterwegs sind, als auch von solchen, die die Vorteile der neuen Pauschalreisen mit dem Bus nutzen, heranzieht und die Rolle der Pilgerfahrt im Alltag der Teilnehmer und der Bevölkerung von Shikoku gleichermaßen untersucht. Sie erörtert die verschiedenen Arten der Pilgerreise und die Kräfte, die sie in der Vergangenheit und in der Gegenwart geprägt haben, einschließlich der Geschichte und Legende, der Landschaft und der Bewohner der Insel, der Erzählungen und Handlungen der Pilger und der Priester, die die Tempel leiten, der regionalen Behörden sowie der kommerziellen Reiseveranstalter und Busunternehmen.
Indem er die Shikoku-Pilgerfahrt aus anthropologischer, historischer und soziologischer Perspektive untersucht, zeigt Reader in anschaulichen Details die Ambivalenz und Komplexität der Pilgerfahrt als ein Phänomen, das gleichzeitig lokal, national und international und sowohl marginal als auch integral für das Leben seiner Teilnehmer ist. Das kritische und doch leicht zugängliche Buch Making Pilgrimages wird von all jenen begrüßt werden, die sich für Anthropologie, Religionswissenschaft und Japanologie interessieren, und es wird für jeden, der eine Pilgerreise in Erwägung zieht, unverzichtbar sein.