Bewertung:

Present Tense Machine von Gunnhild Øyehaug erforscht die Auswirkungen eines sprachlichen Ausrutschers, der dazu führt, dass eine Mutter und eine Tochter in Paralleluniversen getrennt werden. Erzählt wird abwechselnd von Anna, der Mutter, und Laura, der Tochter, die ihr Leben führen, ohne von der Existenz des jeweils anderen zu wissen, und sich mit Gefühlen von Verlust und Sehnsucht auseinandersetzen. Das Buch verbindet Elemente des magischen Realismus mit philosophischen Fragen über Sprache und Beziehungen und regt zum Nachdenken an.
Vorteile:Die Prämisse ist einzigartig und fesselnd, die Charaktere sind sympathisch und liebenswert. Das Buch ist fesselnd und leicht zu lesen und weckt die Neugierde des Lesers. Es bietet einen intelligenten Diskurs über die Entwicklung der Sprache, und die von den Charakteren geprägte Geschichte verleiht der Erzählung mehr Tiefe, so dass es eher ein magischer Realismus als reine Science-Fiction ist.
Nachteile:Manche Leser könnten die Darstellung der Geschichte als unzureichend empfinden, zumal sie sich stark auf sprachliche Themen konzentriert, die abstrakt sein können. Der stilistische Schreibstil mag nicht jedem gefallen, und die gelegentlichen Auftritte des Erzählers können wie ein nachträglicher Einfall wirken, der den Gesamtfluss der Geschichte beeinträchtigt.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Present Tense Machine
Von der Autorin von Wait, Blink und Knots, Gunnhild Yehaug's Present Tense Machine ist ein spielerischer und transzendenter Roman über Sprache, Familie und Paralleluniversen.
An einem gewöhnlichen Tag im norwegischen Bergen in den späten 1980er Jahren liest Anna im Garten, während ihre zweijährige Tochter Laura auf ihrem Dreirad spielt. Dann, in einem verblüffenden Moment, versteht Anna ein Wort falsch, ein alternatives Universum öffnet sich, und Laura verschwindet. Etwa zwanzig Jahre später geht das Leben weiter, als wäre nichts geschehen, aber im Leben jeder der Frauen stimmt etwas nicht.
Sowohl Anna als auch Laura existieren weiter, aber sie sind für die jeweils andere unsichtbar und in der Welt der anderen vergessen. Beide sind Schriftstellerinnen und Amateurpianistinnen. Sie sind verheiratet; Anna hat nach Lauras Verschwinden zwei weitere Kinder bekommen, und Laura erwartet ein eigenes Kind. Sie sorgen sich um ihre Familien, ihre Jobs, das Klima - und darum, ob diese Realität alles ist, was es gibt.
In der exquisiten, wehmütigen und hintergründigen Gegenwartsmaschine liefert Gunnhild Yehaug - von der Bestsellerautorin Jenny Offill als „eine der aufregendsten Schriftstellerinnen der Gegenwart“ bezeichnet - eine weitere schillernde Erneuerung dessen, was Belletristik leisten kann: ein Zeugnis der Tatsache, dass Sprache die Welt formt.