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Dieser spannende und originelle Band bietet die erste umfassende kritische Studie über die jüngste Fülle an europäischen Filmen und Fernsehsendungen, die sich mit sexueller Migration befassen und versuchen, das Leben und die Erfahrungen von LGBTIQ+ Migranten und Flüchtlingen zu erfassen.
Queering the Migrant in Contemporary European Cinema argumentiert, dass verkörperte filmische Darstellungen des queeren Migranten, auch wenn sie zuweilen höchst ambivalent und umstritten sind, ein dringendes neues Repertoire an queeren Subjektivitäten und Sozialitäten darstellen, die dazu dienen, die patrouillierten Grenzen von Geschlecht und Sexualität, Nationalität und Staatsbürgerschaft zu untergraben und feste Vorstellungen und Universalien von Identität wie „Europa“ und nationale Zugehörigkeit, die auf dem Modell der Familie basieren, neu zu gestalten oder zu hinterfragen. Ethisch und politisch geht es um die Entwicklung eines „grenzüberschreitenden“ Bewusstseins und einer Ästhetik, die der homonationalistischen, fremdenfeindlichen und homo-/transfeindlichen Darstellung der Figur des „Migranten in Europa“ entgegenwirkt, die in den toxischen Binaritäten des Andersseins verwurzelt ist (guter vs. böser Migrant, Gastgeber vs. Gast, Einheimischer vs. Fremder).
Mit 16 Beiträgen aus verschiedenen nationalen Filmtraditionen und einer Vielzahl theoretischer Perspektiven ist diese aussagekräftige und aktuelle Sammlung sowohl für Spezialisten als auch für Studierende der Film- und Medienwissenschaft, der Gender- und Queer Studies, der Migrations- und Mobilitätswissenschaft, der Kulturwissenschaft und der Ästhetik von großem Interesse.