Bewertung:

Das Buch erhielt positive Kritiken für seine gründliche Analyse des Kommunismus und seine Erforschung verschiedener Völkermorde, insbesondere für die Konzentration auf weniger diskutierte Ereignisse neben dem Holocaust. Allerdings gibt es bemerkenswerte Probleme hinsichtlich der Korrektheit des physischen Buches, das einige Leser erhalten haben, was das Gesamterlebnis beeinträchtigen kann.
Vorteile:⬤ Die eingehende Untersuchung des Kommunismus und der Völkermorde
⬤ verbindet mehrere Disziplinen wie Soziologie, Anthropologie, Politik und Geschichte
⬤ vermeidet Sensationslust und thematisiert gleichzeitig Grausamkeiten
⬤ leistet einen wertvollen Beitrag zu vergleichenden Völkermordstudien.
Probleme mit der physischen Kopie des Buches und inhaltliche Unstimmigkeiten; einige Leser hatten Probleme mit Verlagsfehlern, die ihre Erfahrungen beeinträchtigten.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Purify and Destroy - The Political Uses of Massacre and Genocide
Wie können wir die soziopolitischen Prozesse verstehen, die zu extremer Gewalt, ethnischer Säuberung oder Völkermord führen? Purify and Destroy ist ein wichtiger Durchbruch in der vergleichenden Analyse und zeigt, dass es in der Tat möglich ist, den Holocaust, den Völkermord in Ruanda und die ethnische Säuberung in Bosnien-Herzegowina zu vergleichen und dabei die Besonderheiten jedes einzelnen entsetzlichen Phänomens zu berücksichtigen.
Jacques Semelin erreicht dies zum Teil dadurch, dass er seine Leser gleichzeitig durch die drei Beispiele führt, deren Enträtselung manchmal konvergiert, meistens aber divergiert. Semelins Methode ist multidisziplinär und stützt sich nicht nur auf die Zeitgeschichte, sondern auch auf die Sozialpsychologie und die Politikwissenschaft.
Ausgehend von der bahnbrechenden Unterscheidung zwischen Massaker und Völkermord identifiziert „Purify and Destroy“ die wichtigsten Schritte eines allgemeinen Zerstörungsprozesses, der sowohl rational als auch irrational ist und auf einer, wie Semelin es nennt, „wahnhaften Rationalität“ beruht. Er beschreibt ein dynamisches Strukturmodell, dessen Kern die Matrix eines sozialen Imaginären ist, das als Reaktion auf Ängste, Ressentiments und Utopien den sozialen Körper durch die Eliminierung des „Feindes“ umschneidet und neu gestaltet. Semelin zeigt die wichtigsten Phasen auf, die zu einem genozidalen Prozess führen können, und erklärt, wie normale Menschen zu Tätern werden können.
Er entwickelt einen intellektuellen Rahmen, um das gesamte Spektrum der Massengewalt, einschließlich des Terrorismus, im zwanzigsten Jahrhundert und davor zu analysieren. Semelin übt scharfe Kritik an der heutigen politischen Instrumentalisierung des „Völkermord“-Begriffs und fordert, dass sich die Völkermordforschung von juristischen und normativen Definitionen löst und als eigenständige Disziplin in den Sozialwissenschaften erwachsen wird.