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Traveling from New Spain to Mexico: Mapping Practices of Nineteenth-Century Mexico
Die Carta general von Antonio Garcia Cubas aus dem Jahr 1857, die erste veröffentlichte Karte des unabhängigen mexikanischen Nationalstaates, stellte die geografischen Koordinaten des Landes präzise dar. Der angesehene Geograf und Kartograf machte die Kartierung Mexikos zu seiner Lebensaufgabe.
Magali M. Carrera kombiniert Erkenntnisse aus der Geschichte der Kartografie und der visuellen Kulturwissenschaften und erklärt, wie Garcia Cubas durch die Verbindung alter und neuer visueller Strategien glaubwürdige und inspirierende nationalistische visuelle Narrative für eine aufstrebende souveräne Nation schuf. Jahrhundert hatten sich die Europäer in Texten, Karten und anderen Bildern ein Bild von Neu-Spanien (dem kolonialen Mexiko) gemacht.
In den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts begannen sich die Vorstellungen über den mexikanischen und nicht den spanischen Nationalcharakter und die Identität in schriftlichen und illustrierten Erzählungen ausländischer Reisender zu verdichten.
Im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts wurden die Technologien und Verfahren der visuellen Reproduktion auf Lithografie, Daguerreotypie und Fotografie ausgeweitet. Neue Methoden der Präsentation - wie Alben, Museen, Ausstellungen und Weltausstellungen - signalisierten neue Vorstellungen von der Rolle des Betrachters.
Garcia Cubas nahm an dieser aufkommenden visuellen Kultur teil, indem er geografische und kulturelle Bilder, die er aus früheren Kartierungen und Reiseberichten entnommen hatte, neu gestaltete. In Werken wie dem Atlas geografico (1858) und dem Atlas pintoresco e historico (1885) präsentierte er den mexikanischen Bürgern und der Welt das unabhängige Mexiko.