Rote Kommandeure: Eine Sozialgeschichte des Offizierskorps der Sowjetarmee, 1918-1991

Bewertung:   (4,7 von 5)

Rote Kommandeure: Eine Sozialgeschichte des Offizierskorps der Sowjetarmee, 1918-1991 (R. Reese Roger)

Leserbewertungen

Zusammenfassung:

Das Buch von Reese analysiert kritisch das sowjetische Offizierskorps und hebt dessen Versäumnisse bei der Entwicklung einer unabhängigen Identität, der Durchsetzung von Disziplin und der Umsetzung effektiver Taktiken hervor. Trotz einiger effektiver strategischer Schachzüge während des Zweiten Weltkriegs weist das Buch darauf hin, dass politische Einflüsse und organisatorische Probleme die Professionalität der sowjetischen Militärführung in verschiedenen Perioden behinderten. Das Buch ist zwar informativ, doch wird nicht näher untersucht, warum das sowjetische Offizierskorps bestimmte strategische Erfolge erzielen konnte.

Vorteile:

Das Buch bietet eine gut recherchierte und objektive Studie über das sowjetische Offizierskorps, in der seine Stärken und Schwächen anhand konkreter dokumentierter Beispiele detailliert beschrieben werden. Es analysiert verschiedene historische Perioden und hebt die Auswirkungen von Bildungsmängeln und politischer Einmischung auf die militärische Effektivität hervor. Das Werk wird allen empfohlen, die sich für die russische Militärgeschichte interessieren.

Nachteile:

Kritiker bemängeln, dass das Buch nicht ausreichend auf die Gründe für die erfolgreichen strategischen Schachzüge des sowjetischen Offizierskorps während des Zweiten Weltkriegs eingeht, wie etwa die Sommeroffensive 1944. Darüber hinaus werden zwar viele Aspekte der militärischen Ineffizienz erörtert, aber zentrale Faktoren, die mit dem politischen Konsens in der kommunistischen Führung zusammenhängen, werden nach Ansicht einiger Autoren nicht berücksichtigt.

(basierend auf 2 Leserbewertungen)

Originaltitel:

Red Commanders: A Social History of the Soviet Army Officer Corps, 1918-1991

Inhalt des Buches:

Als eine der größten und gefürchtetsten Streitkräfte der Welt spielte die Rote Armee eine Schlüsselrolle bei der Durchsetzung des sowjetischen Sozialismus. Hervorgegangen aus Bürgermilizen der Revolutionszeit, strebte sie nach der Größe, die sie brauchte, um ihren Gegnern im Kalten Krieg die Stirn zu bieten, war aber leider nicht auf den Wandel der Zeit vorbereitet.

In dieser ersten umfassenden Studie über das sowjetische Offizierskorps zeichnet Roger Reese die Geschichte der Roten Armee vom Triumph im Bürgerkrieg über die Beinahe-Dezimierung im Zweiten Weltkrieg und den demoralisierenden Sumpf in Afghanistan bis hin zur genauen Überprüfung während der Reformära von Gorbatschow nach. Reese nimmt den Leser mit ins Innere der Roten Armee, um die soziale und institutionelle Dynamik zu rekonstruieren, die ihre Führung und Effektivität über dreiundsiebzig Jahre hinweg geprägt hat. Er schildert das Leben dieser Offiziere, indem er ihre klassenmäßige Herkunft, ihre Lebenserfahrungen, ihre Parteiloyalität und ihre Einstellung zur Professionalität offenlegt. Er erzählt, wie diese Männer von der russischen Kultur und der sowjetischen Politik geprägt wurden - und wie die Kommunistische Partei jeden Aspekt ihrer Karriere dominierte, ihnen aber nie die Autonomie gewährte, die sie brauchten, um ein hohes Maß an militärischer Effektivität zu erreichen.

Trotz seiner Bemühungen um die Entwicklung und Aufrechterhaltung der Professionalität wurde das Offizierskorps häufig durch Faktoren behindert, die untrennbar mit dem Sowjetstaat verbunden waren: Marxistische Theorie, revolutionäre Ideologie, Reibungen zwischen Partei- und Nicht-Parteimitgliedern und der Einfluss der politischen Verwaltungsorgane der Armee. Reese zeigt, dass der Staat durch die Ablehnung des westlichen bürgerlichen Modells der militärischen Professionalität die Fähigkeit seines Offizierskorps, ein effektiveres Militär zu entwickeln, stark einschränkte. Nach dem Zweiten Weltkrieg bildete sich unter den Offizieren zwar eine Gruppenidentität heraus, doch verlor diese angesichts der Herausforderungen der Nachkriegszeit, insbesondere des Krieges in Afghanistan, der die fatalen Mängel in der Führung des Kommandos deutlich machte, schnell an Bedeutung.

Rote Kommandeure bietet neue Einblicke in die Arbeitsweise eines militärischen Giganten und gibt Leo Trotzki den ihm zustehenden Platz in der sowjetischen Militärgeschichte zurück, indem es seine Ideen zum Aufbau einer neuen Armee von Grund auf darstellt. Es ist ein wichtiger Blick hinter die Kulissen eines militärischen Establishments, das auch heute noch mit Führungsproblemen in Russland zu kämpfen hat.

Weitere Daten des Buches:

ISBN:9780700613977
Autor:
Verlag:
Sprache:Englisch
Einband:Hardcover
Erscheinungsjahr:2005
Seitenzahl:336

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